Spaniens Aussenminister Miguel Angel Moratinos sagte am Rande des EU-Aussenministertreffens in Brüssel, sein Land wolle beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag ein Hilfspaket für Griechenland verabschieden. Moratinos sprach von einem "wichtigen Moment für die Zukunft der EU und des Euro".

Das Hilfspaket soll nach Vorstellungen von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bilaterale Kredite der Mitgliedstaaten umfassen, die von der Kommission koordiniert werden.

"Es liegt im deutschen Interesse, die Stabilität in der Europäischen Währungsunion zu sichern", sagte Barroso der deutschen Zeitung "Handelsblatt". In Brüssel sagte der italienische Aussenminister Franco Frattini: "Die Glaubwürdigkeit Europas steht auf dem Spiel."

Laut einem EU-Mitarbeiter sind Hilfen in Höhe von 22 Milliarden Euro für Griechenland im Gespräch, für welche die Regierung weniger Zinsen zahlen müsste als an den Finanzmärkten. Athen hat Rekordschulden von über 300 Milliarden Euro.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt aber konkrete Hilfszusagen ab. Ihr Sprecher dämpfte die Erwartungen an den Gipfel erneut. Es sei unverändert der Stand, dass Hilfen der Partner nur im Notfall als ultima ratio in Betracht kämen, bekräftigte er in Berlin. Griechenland selbst habe nicht um Finanzhilfe gebeten.

In einem Notfall sei die finanzielle Mithilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die deutsche Regierung "definitiv ein Thema".