EU-Ausschuss für Bann von Robbenprodukten - Kanada entsetzt

Robbe an einem Strand (Archiv)

Robbe an einem Strand (Archiv)

Der Ausschuss für Binnenmarkt des Europaparlaments hat sich für ein europaweites Einfuhr- und Handelsverbot für Robbenprodukte ausgesprochen. Damit solle die Jagd auf die Tiere gestoppt werden, teilte die Fraktion der Grünen in Brüssel mit.

Der Beschluss löste Entsetzen unter Kanadas Robbenfänger und dem Fischereiministerium in Ottawa aus. "Wir sind sehr, sehr enttäuscht über Brüssel", sagte die Ministerin Gail Shea der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Der Ausschuss war fehlinformiert und hat sich nicht von Fakten, sondern politischen und emotionalen Erwägungen leiten lassen."

Die Vollversammlung des EU-Parlaments wird voraussichtlich Anfang April über den Gesetzesentwurf abstimmen. Die Abgeordneten des Binnenmarktausschusses folgten nach Parlamentsangaben nicht der Empfehlung ihres verantwortlichen Berichterstatters.

Dieser hatte sich statt für ein Importverbot für eine Etikettierung der Robbenprodukte ausgesprochen. Für das allgemeine Verbot stimmten 25 Abgeordnete, dagegen waren sieben. Die Kommission wirft den Kanadiern "unmenschliche" Methoden bei der Jagd auf die Robbenbabys vor.

Der vorliegende Gesetzentwurf der EU würde Kanada doppelt treffen, erläuterte die Fischereiministerin in Ottawa. Ausser dem Import wollten die Europäer auch den Transport von Robbenprodukten über ihre Strassen und den Luftraum strafbar machen.

Die USA haben dagegen bereits 1972 ein Importverbot für kanadische Robbenprodukte verhängt. Auch in einigen EU-Staaten wie den Niederlanden und Belgien gibt es bereits einen Bann für Robbenprodukte. In der Schweiz ist die Einfuhr von Robbenprodukten nicht verboten.

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