Militär

ETH-Studie besagt: Secondos sind die besseren Soldaten

Soldaten mit Migrationshintergrund wie die Fussballer Nzuzi Toko (2. von links) und Amir Abrashi (ganz rechts) sollen leistungsfähiger und motivierter sein.

Soldaten mit Migrationshintergrund wie die Fussballer Nzuzi Toko (2. von links) und Amir Abrashi (ganz rechts) sollen leistungsfähiger und motivierter sein.

Laut den Zwischenergebnissen eines Projekts der Militärakademie der ETH Zürich sollen Angehörige der Armee mit Migrationshintergrund motivierter und und leistungsbereiter sein als Soldaten ohne Migrationshintergrund.

Vor rund drei Jahren fragte die «Weltwoche»: Hat die Armee ein Secondo-Problem? Viele dieser «Möchtegern-Rambos» seien waffengeil und würden kein Deutsch verstehen und werden so zum Sicherheits-Risiko für die Schweizer Armee.

Die Zwischenergebnisse einer Studie der Militärakademie der ETH Zürich (Milak), die kürzlich in der «Allgemeinen Schweizerischen Militärzeitschrift» publiziert wurden, zeigen nun aber ein völlig anderes Bild: Fast 60% der befragten Rekruten mit Migrationshintergrund gaben an, für den Militärdienst motiviert zu sein. Bei ihren Schweizer Kollegen hingegen waren es rund 57 Prozent. Auch die Listungsbereitschaft soll bei den Secondos etwas höher sein.

Das Bild bestätigt das Resultat der Studie Alltagsbeobachtungen von Offizieren: Bei Secondos wurde im Rahmen des Projekts ein höherer Einsatzwillen festgestellt.

Secondos werden durch Dienst als integrierter wahrgenommen

Studienleiter und Militärsoziologe Tibor Szvircsev Tresch spricht in der «Luzerner Zeitung» zwar von kleinen aber dennoch signifikaten Unterschieden unter den 4800 Befragten. Er glaubt, dass für viele Soldaten mit Migrationshintergrund die Armee noch mehr mit Prestige verbunden ist als für einen Schweizer.

Bei einer Vorprüfung der Studie stellte er zudem fest, dass sich Secondos nach dem Militärdienst als besser integriert wahrnehmen als Schweizer ohne Migrationshintergrund. Dies überrascht nicht: In einer anderen Studie zeigte die ETH, dass 71 Prozent der Schweizer glauben, dass engebürgerte Männer durch den Militärdienst stärker in die Schweiz integriert werden.

Spekulationen beenden

Mit der Studie, die 2015 abgeschlossen werden soll, wollen die Forscher der ETH etwas Lichts ins Dunkel bringen. So glaubt unter anderem fast ein Drittel der Schweizer Bevölkerung, dass ein Schweizer ohne Migrationshintergrund eher dazu bereit ist, sein Land zu verteidigen, als ein Secondo.

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