«Es wurde noch nichts vorweggenommen»

«Der Zusammenschluss von Baden und Neuenhof ist eine politische und keine unternehmerische Frage», sagte Robert Sailer, Präsident der Badener Geschäftsbesitzervereinigung.

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Neuenhof

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Aargauer Zeitung

Citycom an der ersten öffentlichen Informationsveranstaltung zum obigen Thema. Diese fand am Mittwochabend in der Aula BBB Martinsberg statt und wurde von gut 90 Personen besucht. Rund ein Viertel davon waren geladene Gäste aus Politik und Gewerbe, welche an diesem Abend Red und Antwort standen.

Einleitend betonte Projektleiter Peter Züllig, dass die Stadt Baden als Zentrum einer Wirtschaftsregion mit 70 000 bis 100 000 Einwohnern Entwicklungspotenzial brauche. Solches sei eben im gut erschlossenen Neuenhof vorhanden, sagte Züllig. Der Projektleiter erklärte, dass nach der Abklärung der Machbarkeit nun die Vorprojektphase beginne. Dies sei auch der richtige Moment, um an die Öffentlichkeit zu treten. Dies taten zuerst die Vertreter der politischen Parteien aus Neuenhof, darunter als «Exot» auch der LdU. Dessen Vertreter Armin Poznicek zeigte sich «stolz, dass es uns in Neuenhof noch gibt». Er betonte auf die Frage von Moderator Peter W. Frey, dass der Zusam-menschluss noch kein Thema sei in der Gemeinde, er jedoch diesem Positives abgewinnen könne. Dies taten alle Parteivertreter aus Neuenhof, inklusive der Repräsentantin der SVP, die sich «offen für neue Wege» zeigte.

Auch das Fehlen von Quoten - «diese führen nirgends hin», meinte Stadtammann Stephan Attiger unter Verweis darauf, dass die einst eingemeindeten Dättwil und Rütihof heute überproportional vertreten seien im Einwohnerrat - vermochte die Vertreter der Neuenhofer Parteien nicht zu beunruhigen. Auf Badener Seite war da schon eher von Ängsten und einer gewissen Abneigung gegen Neuenhof mit seinem grossen Ausländeranteil die Rede. «Wir müssen das Badener Lebensgefühl weitergeben», meinte Michael Wicki (CVP) auf die Frage, wie die Integration Neuenhofs zu bewerkstelligen sei. Diese ist auch für das Gewerbe kein Problem, denn «wir Gewerbler kennen weniger Grenzen als die Politik», betonte Werner Eglin mit Verweis auf seine Erfahrung als Einwohnerrat.

Hinweis

Weitere Informationsveranstaltungen:

Am 13. Mai, 19 Uhr, Turnhalle Zürcherstrasse, Neuenhof (Thema: Schule), und 2. Juni, 19 Uhr, Aula BBB, Martinsberg, Baden (Thema: Bevölkerung, Quartiere und Vereine).

Entscheidender dürften da im Hinblick auf den in der ersten Hälfte 2010 geplanten Volksentscheid die so genannt weichen Faktoren und das Bauchgefühl sein. In der Diskussion gab Ueli Kohler dahingehend zu bedenken, dass mit der Zusammenarbeit der Werke und im Steueramt schon viel vorweggenommen worden sei. «Es sind alles Verträge, die reversibel sind», sagte Neuenhofs Ammann Walter Benz dazu. «Es wurde noch kein Präjudiz geschaffen», betonte auch Stephan Attiger. Er verhehlte nicht, dass der Zusammenschluss die Stadt zu Beginn etwas kosten werde, doch: «Wir zahlen lieber vor der Haustür als an Gemeinden im Westaargau», meinte der FDP-Grossrat. (atp)