Angelo Zambelli

Noch ist nicht bekannt, wer morgen Sonntag von den Rümiker Wahlberechtigten genügend Stimmen erhält, um in der Exekutive zu verbleiben oder neu in den Gemeinderat einzuziehen. Bezüglich Urheberschaft der beiden durch die Post verteilten Flugblätter jedoch hat sich der Nebel gelichtet: Monika Fischer, die Schwester des Vizeammanns Kurt Fischer, hat nach mehreren Versuchen, die Angelegenheit zu vertuschen, gegenüber der Aargauer Zeitung zugegeben, die Blätter aufgesetzt und der Post zur Verteilung übergeben zu haben. Dass der Flugblattschreiberin keine andere Möglichkeit als das Eingeständnis blieb, ist darauf zurück zu führen, dass der angeschossene Gemeinderats- und Vizeammann-Kandidat Franz Schumacher die Möglichkeit nutzte, als einer der Adressaten Name und Anschrift des Auftraggebers in Erfahrung zu bringen (siehe Infobox).

«Kein Ruhmesblatt»

Monika Schumacher bereut ihre Aktion: «Die anonymen Flugblätter sind sicher kein Ruhmesblatt. Die Emotionen gingen mit mir durch, als ich feststellen musste, dass die Interessengemeinschaft Rümikon mit allen Mitteln versucht, meinen Bruder aus dem Amt zu drängen.» Monika Fischer hat auch eingesehen, dass die Flugblattaktion kontraproduktiv wirkt und ihrem Bruder mit hoher Wahrscheinlichkeit Schaden zufügt.

Am meisten aber bereut Monika Fischer, dass sie den Gegenspieler ihres Bruders im Kampf um das Vizeammannamt mit ihrer Formulierung «Franz Schumacher? Ein Mann der gesundheitliche Probleme hat. NEIN! Wir brauchen Gemeinderäte, die zupacken können» in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt hat. Sie werde den Kontakt zu Franz Schumacher suchen und hoffe, dass die Angelegenheit bereinigt werden könne, sagt Monika Fischer.

Beim Schreiben der öminösen Zeilen habe sie nicht bedacht, dass bei den Leserinnen und Lesern der (unberechtigte) Verdacht aufkommen könnte, es handle sich bei den gesundheitlichen Problemen um gravierendere Krankheiten als die effektiv gemeinten Rückenprobleme. Von ihrem «innerfamiliären Support» habe ihr Bruder nichts gewusst, beteuert Monika Fischer. «Es wäre wohl gescheiter gewesen, ich hätte ihn vorher kontaktiert. Vielleicht hätte er mich noch rechtzeitig gestoppt.»

Franz Schumacher will die Angelegenheit so schnell wie möglich beenden und sich der Zukunft zuzuwenden. Rechliche Schritte gegen die Flugblattschreiberin plant er nicht.

Kurt Fischer mauert

Der amtierende Vizeammann Kurt Fischer reagiert lautstark und höchst emotional auf die Bitte, das Vorgefallene zu kommentieren. Stattdessen bezichtigt er den Fragesteller, Unfrieden im Dorf stiften zu wollen. Sein Kontrahent um das Vizeammannamt, Franz Schumacher, hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg: «Ich nehme es Kurt Fischer nicht ab, von der ganzen Geschichte nichts gewusst zu haben.»