Waffeninitiative
Es soll geschossen werden: Die Waffenfreunde machen mobil

Die Schützen nehmen die Waffeninitiative ernst – am Feldschiessen werden sie rund 150 000 Flyer verteilen. Fast zwei Millionen Franken will die Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz für ihre Kampagne gegen die Waffeninitiative aufwerfen - mindestens. Von einer solchen finanziellen Feuerkraft können die Initianten selbst nur träumen.

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Soldat hält seine Waffe in der Hand (Archiv)

Soldat hält seine Waffe in der Hand (Archiv)

Keystone

Ruedi Studer

Am ersten Juni-Wochenende steht das Eidgenössische Feldschiessen an. Den Grossanlass wollen die Gegner der Volksinitiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» für ihre Kampagne nutzen: Der Schweizer Schiesssportverband (SSV) wird jedem Teilnehmer zusammen mit dem Standblatt ein Argumentarium abgeben.

Bereits am letztjährigen Feldschiessen fiel der SSV durch eine ähnliche Aktion auf, als 150 000 Flyer verteilt wurden. Diesmal werden ebenso viele Argumentarien an den Mann gebracht. Das zeigt, die Schützen nehmen die Initiative ernst. Und nicht nur sie: 16 Verbände mit über 250 000 Mitgliedern - von den Schützen, über die Jäger bis hin zu Waffensammlern und Büchsenmachern - haben sich in der Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz (IGS) zusammengeschlossen, um die Waffeninitiative zu bekämpfen. Über diese wird voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2011 abgestimmt.

IG hofft auf vier Millionen Franken

Für eine Vorlage, die kaum mit wirtschaftlichen Interessen verbunden ist, richtet die IGS mit grosser Kelle an: «1,8 Millionen Franken sind sicher die untere Grenze», benennt die frühere Berner Regierungsrätin und jetzige IGS-Präsidentin Dora Andres das Budgetziel. «Da kann man nicht grosse Sprünge machen.» Den grössten Brocken stemmt der SSV mit seinen 65000 lizenzierten Mitgliedern: Während drei Jahren hat jeder einen Zusatz-Fünfliber in die Kampfkasse bezahlt - so ist knapp eine Million Franken zusammengekommen. Die im Dachverband Jagd Schweiz zusammengeschlossenen 26 000 Mitglieder wiederum werden laut Geschäftsführer Marco Giacometti «knapp 200 000 Franken» beitragen. Und die Gesellschaft für ein freiheitliches Waffenrecht Pro Tell empfiehlt ihren gut 7000 Mitgliedern, einen Beitrag von mindestens zehn Franken zu leisten.

Wenn sich alle Mitglieder der in der IGS zusammengeschlossenen Verbände an den Richtwert von zehn Franken halten, wird die finanzielle Feuerkraft gar auf 2,5 Millionen Franken steigen. Weiter dürften auch die bürgerlichen Parteien Geld locker machen. IGS-Präsidentin Andres rechnet damit, dass die über 70 Organisationen zählende Befürworterallianz mit bis zu vier Millionen Franken antreten wird.

«Von einer solchen Summe können wir nur träumen», sagt dazu der grüne Zuger Nationalrat und GSoA-Vorstandsmitglied Josef Lang. Er gehört dem Initiativausschuss des Trägervereins an und rechnet mit rund 100 000 Franken, welche das Bündnis zur Verfügung haben wird, sowie mit maximal 200 000 Franken, welche die Organisationen für dezentrale Einzelkampagnen ausgeben. Total rund 300 000 Franken. «Das Budget der Befürworter zu jenem der Gegner wird im Verhältnis eins zu zehn stehen», glaubt Lang.

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