«Es ist, wie ein kleines KMU zu führen»

Seit 36 Jahren ist er bei der Stadt Baden tätig und leitet seit Anfang 2009 im Vollamt das Zusammenschlussprojekt Baden-Neuenhof auf der Badener Seite. Jetzt gewährt Peter Züllig einen Einblick in seine Tätigkeit.

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Aargauer Zeitung

Andreas Tschopp

Update

Die Absichtserklärung zum Zusammenschluss von Baden mit Neuenhof wurde am 27. März 2008 von beiden Gemeinden im Beisein des Kantons unterzeichnet. Ende Juni 2008 bewilligten alle drei Beteiligten einen Projektierungskredit in Gesamthöhe von 315 000 Franken. Damit konnte das Projekt starten. Zehn Tage nach den Kreditbeschlüssen fand am
4. Juli 2008 dann das Kickoff-Meeting statt. (az)

Wie managt man als langjähriger Mitarbeiter der Stadt Baden den Zusammenschluss mit dem Nachbarn Neuenhof? Eine Antwort auf diese Frage zu finden, lässt Peter Züllig etwas ins Grübeln kommen. Er überlegt einen Moment und macht dann erst eine Vorbemerkung. Wichtig sei, dass «die Chemie stimmt», so Züllig. «Alle müssen überzeugt sein vom Projekt.» Darüber gibt es keinen Zweifel beim Projektleiter. «Ich bin mit viel Herzblut an der Arbeit», sagt Züllig über sich und seine Tätigkeit.

«Ähnlich wie eine Baustelle»

Der Zusammenschluss Baden-Neuenhof sei primär ein Organisationsprojekt. «Es besteht kein grosser Unterschied zu einer Baustelle oder einem Informatikprojekt», erklärt Züllig mit Blick zurück auf seine früheren Tätigkeiten als Architekt bei der Stadtplanung und danach während 25 Jahren als Leiter Informatik und Zentrale Dienste. Vor allem letztere Erfahrung kommt Züllig sehr gelegen bei seiner jetzigen Projektarbeit. Diese besteht hauptsächlich aus Vorbereitungs-, Koordinations- und Controllingaufgaben. Um diese auszuführen, brauche es die richtigen (Informatik-)Mittel.

So startet Züllig denn auch seinen Tag mit der Kontrolle der Mailbox, «damit ich sofort reagieren kann bei Fragen». Es gebe Tage mit sehr viel Mailverkehr oder Telefongesprächen, meint der Projektleiter, der stets vorausschauend agiert, indem er Pendenzen abarbeitet. Da wird auch mal ein Protokolltag eingelegt. Danach hätten dann jeweils die andern ihre Mailbox voll. «Es gibt keinen Normtag, sondern der Ablauf verändert sich immer wieder», erläutert der Projektleiter, der sich als «Fusionsmacher» weniger «fremdgesteuert» fühlt als früher als EDV-Leiter, wo es öfters «Feuerwehrübungen» gab.

Volksentscheid Juni 2010

Abgabetermin für die Berichte aus den 18 Teilprojekten ist Ende Juni. Die Projektleitung sammelt die Ergebnisse und erstellt den Schlussbericht. Dieser wird nach den Sommerferien in zwei Lesungen von den Exekutiven von Baden und Neuenhof beraten. Im Oktober und November findet eine breite Vernehmlassung statt. Noch vor Ende 2009 folgt die 3. Lesung des Schlussberichts, danach wird der Zusammenschlussvertrag erstellt. Dieser wird am 30. März 2010 gleichzeitig dem Einwohnerrat Baden und der Gemeindeversammlung Neuenhof vorgelegt. Die Volksabstimmung findet am 13. Juni 2010 statt. (atp)

Keine unüberwindbaren Hürden

Bei der Arbeit am Zusammenschluss Baden-Neuenhof sei er bisher «vor keine unüberwindbaren Schwierigkeiten gestellt worden», unterstreicht der Leiter des Projekts. Rund 50 Personen sind direkt darin involviert, weitere als «Zudiener». Peter Züllig lobt die Zusammenarbeit in den total 18 Teilprojekten als «sehr erfreulich». Es brauche «viel Disziplin und klare Vorgaben», um den Schlussbericht zu erstellen (siehe unten links) und das Projekt «in den Endspurt zu führen». Es sei «wie ein kleiner KMU-Laden, den man führt», beschreibt Züllig seine Tätigkeit, die mit dem auf den 1. 1. 2012 geplanten Zusammenschluss noch nicht beendet sein wird.

Arbeit über den 1. 1. 2012 hinaus

Hinweise

Infoveranstaltung heute Dienstag, 19 Uhr, Aula BBB, Martinsberg, Baden; Themen: Bevölkerung, Quartiere und Vereine. Weitere Infos im Internet unter www.badenundneuenhof.ch
www.neuenhofundbaden.ch
www.baden-neuenhof.ch oder www.neuenhof-baden.ch. Dort ist auch das Forum zu finden.