Es braucht keine Piste im Dorfzentrum

«Wenn Sie jetzt Ja sagen, haben wir in 5 Jahren eine schöne Ortsdurchfahrt», kündigte Vizeammann Dorette Hunziker das Traktandum an. Darauf folgte eine intensive Diskussion, schliesslich wurde der Kredit bewilligt.

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Aargauer Zeitung

Dieter Minder

Gemeindeversammlung

Stimmberechtigte 615
Quorum, 20% 123
Anwesend 115
Die Beschlüsse unterliegen dem fakultativen Referendum. Beschlüsse:
- Rechenschaftsbericht 2008:
einstimmig angenommen;
- Rechnung 2008: einstimmig
angenommen;
- Erschliessung Roos 2, Kredit-
abrechnung: einstimmig
angenommen;
- Generelle Wasserplanung,
Kreditabrechnung: einstimmig
angenommen;
- Reglemente, Wasser, Abwasser,
Strassen, Finanzierung von
Erschliessungen: angenommen
bei einigen Gegenstimmen;
- Gemeindeordnung, Verkleinern
der Schulpflege von 5 auf 3
Mitglieder: einstimmig angenom-
men, obligatorisches Referendum,
Urnenabstimmung am 12. 7. 2009;
- Gemeinderat/Schulpflege,
Besoldung 2010-2013: angenom-
men bei einigen Gegenstimmen;
- Ortsdurchfahrt, Baukredit 2,825
Millionen Franken: angenommen,
68 Ja, 35 Nein.

«Wir erhalten entweder für 1,5 Millionen Franken einen neuen Belag oder für 2,82 Millionen Franken eine neue Ortsdurchfahrt», antwortete Gemeindeammann René Wehrli auf die finanziellen Bedenken aus der Gemeindeversammlung. Der Kanton werde auf jeden Fall innerhalb der nächsten 5 Jahre die Kantonsstrasse sanieren. Daran hat Freienwil einen dekretsmässigen Beitrag zu leisten. Zugleich muss die Gemeinde die Sanierung ihrer Werkleitungen bezahlen, insgesamt rund 1,5 Millionen Franken.

Anhand des Finanzplanes 2009-2018 zeigte Wehrli auch, dass die zusätzlichen rund 1,4 Millionen zu verkraften sind. Die Schulden der Gemeinde werden von heute rund 4 auf 6 Millionen steigen, bis 2018 aber wieder auf das heutige Niveau sinken. «Der Kanton hat uns bestätigt, dass sich Freienwil das Projekt leisten kann.» Trotzdem waren einige der Ansicht, es sei teuer. «Das ist ein Generationenprojekt, zu dem wir Ja sagen müssen», betonte ein Versammlungsteilnehmer und ergänzte: «Die Bewohner des Dorfzentrums sollen mehr haben als nur die Kantonsstrasse.» («Sonntag», 7. 6. 2009)

Es geht auch langsamer

Dank der neuen Durchfahrt sollen sich vor allem die Fussgänger im Bereich der zentralen Kreuzung Ehrendingerstrasse/Dorfstrasse sicherer bewegen können. «Im Kreuzungsbereich streben wir Tempo 30 an», sagte Hunziker. Dieses soll nicht mit Geschwindigkeitstafeln signalisiert werden, sondern mit Elementen, die automatisch zur Temporeduktion beitragen. Dazu zählen die beiden Ortspforten mit Mittelinseln, weitere Verkehrsinseln, Fahrbahnfarben, separate Fussgängerwege entlang der Kantonsstrasse, Fussgängerstreifen, Rechtsvortritt und Bäume. Als einige Versammlungsteilnehmer einzelne Elemente davon aus dem Projekt streichen wollten, gab Vizeammann Hunziker zu bedenken, dass nur deren Zusammenspiel die gewünschte Wirkung bringen werde. Vorstellungen und Anregungen können die Einwohner im Rahmen der weiteren Planung einreichen. Einige haben dies bereits gemacht.

Auch Durchfahrer bringen Umsatz

«Die Zukunft des Dorfladens hat viel mit dem Projekt Ortsdurchfahrt zu tun», betonte Gemeindeammann René Wehrli. Wenn diese, wie jetzt bewilligt, realisiert wird, soll der Laden in ein neues Gebäude im Bereich der heutigen Buswendeschlaufe verlegt werden. «Der Laden muss unbedingt an der Hauptstrasse stehen», sagte Wehrli. Viele Leute, die durch Freienwil fahren, halten dort an, um einzukaufen. «Ohne diese Kunden würde der Laden nicht überleben.» Am heutigen Standort wird der Laden nicht mehr lange betrieben werden können. Die Familie Vogt plant auf ihrem Areal eine Überbauung.

Vorerst kein neues Bauland

«Um das Strassenprojekt zu zahlen, brauchen wir weitere Steuerzahler», stellte ein Teilnehmer beim Traktandum Verschiedenes fest. Er stellte den Antrag, Bauland einzuzonen. Er unterlag mit 30 gegen 61 Stimmen. Bereits im Frühjahr hatten sich die Bürger gegen neue Bauzonen ausgesprochen.