Sozialhilfestatistik

Erstmals seit zehn Jahren: Weniger Sozialhilfebezüger und tiefere Sozialhilfequote

Haben wieder weniger zu tun: Sozialhilfemitarbeitende.

Haben wieder weniger zu tun: Sozialhilfemitarbeitende.

Erstmals seit zehn Jahren geht die Zahl der Personen, die Sozialhilfe bezieht, leicht zurück. Laut der neuesten Sozialhilfestatistik des Bundes sinkt erstmals seit einem Jahrzehnt auch die Sozialhilfequote.

Zehn Jahre lang haben die Zahlen in der Sozialhilfe nur eine Richtung gekannt: nach oben. Nun meldet das Bundesamt für Statistik (BFS) erstmals einen leichten Rückgang der Personen, die im letzten Jahr Sozialhilfe bezogen haben. Und auch bei der Sozialhilfequote meldet das BFS in der aktuellen Sozialhilfestatistik erstmals seit zehn Jahren ein leichtes Minus.

Konkret haben 2018 in der Schweiz noch 272'700 mindestens einmal eine finanzielle Leistung der wirtschaftlichen Sozialhilfe bezogen. Misst man die Anzahl Sozialhilfebeziehender an der Wohnbevölkerung, resultiert für das letzte Jahr laut Sozialhilfestatistik eine Quote von 3,2 Prozent (2017: 3,3 Prozent). Nach Kantonen betrachtet zeigt sich, dass die Sozialhilfequote in rund der Hälfte gesunken ist. Nur gerade in drei Kantonen ist sie leicht gestiegen: Jura, Glarus und Wallis. Die Unterschiede zwischen den Kantonen bleiben derweil gross. Besonders hohe Sozialhilfequoten haben Kantone mit städtischen Zentren.

Nach Risikogruppen betrachtet, landen nach wie vor Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Geschiedene und Ausländer überproportional oft in der Sozialhilfe. Laut Bundesamt für Statistik ist das Sozialhilferisiko bei Personen zwischen 18 und 35 Jahren sowie bei Ausländern im Berichtsjahr am stärksten zurückgegangen.

Insbesondere im Migrationsbereich bleibt die Sozialhilfequote derweil hoch: Bei Personen aus dem Asylbereich liegt sie im Jahr 2018 bei 89,6 Prozent (2017: 90,4 Prozent) und im Flüchtlingsbereich bei 85,1 Prozent (2017: 86,3 Prozent). Diese hohen Quoten widerspiegeln laut der Sozialhilfestatistik einerseits die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Andererseits kämen in ihnen Herausforderungen zum Ausdruck, die vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge bei der beruflichen Integration anträfen.

Erstmals kann das BFS überdies Zahlen ausweisen, wie viele Bezüger von Leistungen in einem Berichtsjahr wieder von der Sozialhilfe weggekommen sind: 49'300 von 175'200 Dossiers respektive 28,1 Prozent der Bezüger konnten sich demnach 2018 von der Sozialhilfe wieder loslösen. Je nach Zusammensezung der Dossiers ergeben sich laut BFS jedoch deutliche Unterschiede in der Ablösequote. Paare mit einem oder zwei Kindern hätten die höchste Chance, sich durch Verbesserung der Erwerbssituation von der Sozialhilfe wieder zu lösen.

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