Japan-Schweiz

Erstmals radioaktive Spuren in Bodennähe gemessen

Erstmals auch erhöhte Werte von Radioaktivität in Bodennähe gemessen. (Archiv)

Erstmals auch erhöhte Werte von Radioaktivität in Bodennähe gemessen. (Archiv)

Nachdem die Schweizer Behörden bereits letzte Woche in höheren Luftschichten Spuren radioaktiver Partikel festgestellt haben, sind die Werte nun auch in Bodennähe erhöht.Laut dem Bundesamt für Gesundheit droht aber weiter keine Gefahr.

Auch heute, Mittwoch, hat die Schweizer Luftwaffe im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) Luftproben genommen. Wie schon letzte Wochen ergaben die Messungen in Höhen zwischen 5000 und 8000 Meter Spuren von radioaktivem Iod. Gemessen wurden 230 microbecquerel pro Kubikmeter - das sind 90 microbel mehr als noch vor sieben Tagen.

Wie Werner Zeller, Leiter der Abteilung Strahlenschutz im BAG, vor den Medien in Bern mitteilte, liegen aber auch diese Werte 10 000-fach unter dem Schweizer Immissionsgrenzwert.

Höchste Spuren in Schweden

Erstmals haben die Behörden aber auch in der bodennahen Luft leicht erhöhte Werte von radioaktiven Partikeln gemessen. In Genf waren es 160 microbecal Iod pro Kubikmeter, in Klingnau 80. Auch Spuren von Cäsium konnten festgestellt werden. «Auch in anderen europäischen Ländern wurden Spuren festgestellt», sagte Zeller.

Je nördlicher, desto höher. So verzeichnet Schweden mit einem Wert von 800 microbecal pro Kubikmeter den höchsten Wert. «Für die Gesundheit der Bevölkerung besteht aber in ganz Europa weiterhin keine Gefahr», so der Experte.

Die Messungen sollen auch in den nächsten Tagen fortgeführt werden.

Lebensmittel: Massnahmen an EU angeglichen

Was die erhöhte Strahlenbelastung in Lebensmittel betrifft, betont Michael Beer, Leiter Lebensmittelsicherheit beim BAG, dass die Importe aus Japan wertmässig sehr klein ausfallen und es sich dabei praktisch nur um Spezialiäten handle.

Seit einer Woche würden zudem nur vereinzelt Lebensmittel aus Japan importiert, sodass der Zoll die erste Stichprobe erst gestern an das BAG weiterleiten konnte. «Die Analyseresultate liegen deshalb noch nicht vor.»

Damit die Gesundheit der Schweizer Konsumenten gleich geschützt wird, wie diejenige der EU-Bevölkerung, hat die Schweiz ihre Massnahmen mit der EU harmonisiert. «Wir verlangen nun bei Importen auch ein Zertifikat, dass von der japanischen Behörde unterzeichnet werden muss», so Beer. (jep)

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