250 Freiwillige des ZVS/BirdLife Zürich haben von 2006 bis 2008 flächendeckend Brutvögel gesucht, identifiziert und registriert. Dabei wurde der gesamte Kanton Zürich in 431 Quadrate aufgeteilt und in jedem dieser Rasterquadrate nach bestimmten Kriterien der Brutvogelbestand ermittelt.

Diese Erhebung sei weltweit einmalig und repräsentativ für das Schweizer Mittelland und die Agglomerationen, sagte Markus Eisenlohr, Präsident des ZVS/BirdLife Zürich, vor den Medien in Zürich. Bereits vor 20 Jahren hatten die Vogelschützer in Zusammenarbeit mit der kantonalen Fachstelle Naturschutz den Brutvogelbestand im Kanton Zürich ermittelt.

Die Resultate der neuen Erhebung seien zum Teil besorgniserregend, bilanzierte Projektleiter Martin Weggler. Die Gesamtzahl der Brutvogelpaare habe gegenüber 1988 um rund 10 Prozent abgenommen. Brüteten vor 20 Jahren noch 602'000 Paare, waren es 2008 noch 550'000. Damit hätte die 1,33 Millionen im Kanton Zürch lebenden Menschen wohl erstmals in der Geschichte die Brutvögel überflügelt.

Laut Weggler hat zwar die Zahl der Vogelarten im Vergleich zu 1988 um 4 auf 139 zugenommen. Mehr als die Hälfte aller Zürcher Brutvogelarten komme aber nur noch in Kleinstpopulationen von weniger als 100 Brutpaaren vor. Die Zukunft dieser Arten hänge an einem "seidenen Faden".

Verlierer seien insbesondere Bodenbrüter wie Feldlerche, Kiebitz oder Wachtel, die in der intensiven Landwirtschaft kaum mehr eine Chance hätten, sagte Weggler.