Jura

Erst der Wasserfall, jetzt der See: Der Lac de Brenets trocknet aus

Erst der Wasserfall, jetzt der See: Der Lac de Brenets trocknet aus

Jeden Tag sinkt der Pegel des Lac de Brenets um 18 Zentimeter. Auf der französischen Seite des Sees werden bereits Lösungen gesucht.

Im August versiegte der höchste Wasserfall des Jura-Massivs, der Saut du Doubs im Kanton Neuenburg. Jetzt verschwindet auch der See davor nach und nach.

Der Lac de Brenets im Neuenburger Jura an der Grenze zu Frankreich ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die lokale Schifffahrtsgesellschaft bietet Fahrten an, auf denen bisher das Highlight der Saut du Doubs war, der mit 27 Metern höchste Wasserfall des Juramassivs.

War. Denn im August versiegte der Saut du Doubs. Der Lac de Brenets, von wo aus das Wasser in die Tiefe schoss, hatte zu wenig Wasser. 

Nun droht auch der See zu verschwinden. «Aktuell ist der Wasserstand 9.5 Meter unter dem normalen Stand. Und jeden Tag verliert der See weitere 18 Zentimeter», sagt Yvan Durig, Direktor der Schifffahrtsgesellschaft Lac de Brenets im Video von SRF News. «Das ist katastrophal.»

Nicht nur wegen Hitze und Regenmangel

Es ist nicht das erste Mal, dass der Lac de Brenets verschwindet. Gemäss den Messungen des Bundesamts für Umwelt sank der Pegel des Jura-Sees in den letzten 40 Jahren sieben Mal ausserordentlich tief. Zuletzt waren nach dem Hitzesommer 2018 grosse Teile des Sees ausgetrocknet. Ein Bild aus dem Jahr 1906 belegt, dass das aber auch schon davor der Fall war. 

Dass hat neben dem Klimawandel, der zu grösserer Trockenheit führt, aber noch einen anderen Grund. «Im Untergrund des Sees und des Zuflusses gibt es immer wieder Risse, durch die Wasser verloren geht», sagt Pierre-Yves Jeannin, Direktor des Schweizerischen Instituts für Höhlen- und Karstforschung.

Stauen? Abdichten?

Auf der französischen Seite des Lac de Brenets sind mittlerweile Lösungen dafür entwickelt worden. Laut Schifffahrts-Direktor Durig könnte das eine Schleuse sein oder aber auch das Abdichten der Risse mit Beton oder einer Folie.

Zumindest vom Abdichten der Risse hält Pierre-Yves Jeannin wenig: «Es ist schwierig, solche Risse auf dem Seegrund abzudichten und alle Risse zu finden. Zudem gehen die abgedichteten Stellen  nach einigen Jahren wieder auf und Risse, die wir nicht gefunden haben, werden durch den Wasserdruck grösser.»

Konkrete Pläne zur Umsetzung solcher Massnahmen gibt es nicht. Und so fährt Yvan Durig die Touristen nun mit einem Minibus zum unteren Teil des Sees, um dort dennoch verkürzte Schifffahrten anbieten zu können.

Der Regen lindert – aber nur langsam

Die aktuellen Regenfälle lindern die Situation etwas. «Das Wasser steigt langsam wieder wieder, etwa vier Zentimeter pro Stunde», schreibt Yvan Durig am Dienstag per Email. Seit dem 25. September sei der Pegel des Doubs um drei Meter und 63 Zentimeter gestiegen.

Via Webcam lässt sich sich das live mitverfolgen. So sah es am Lac de Brenets am Vormittag des 29. Septembers aus:

(SRF/smo)

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