Ersatz für die Kleinklassen

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Im Moment verfügt Aarau noch nicht über ein definitives Konzept für die Integrative Schulung (IS). Nach der heutigen Übergangslösung soll auf den August 2010 die Einführung flächendeckend erfolgen.

Hermann Rauber

Die Stadt Aarau hat noch keine Integrative Schulung nach den Richtlinien des kantonalen Bildungsdepartementes (BKS). Hingegen besteht - nicht zuletzt nach der Auflösung der Kleinklassen auf der Primarstufe - eine Übergangslösung, die mit dem Kanton vereinbart worden ist. «Das BKS finanziert der Schule Aarau auf Gesuch hin eine Anzahl Stunden Heilpädagogik», erklärt dazu die Schulpflegerin Barbara Urech. Dieser Dienst ist in den Schulhäusern Telli, Gönhard und Schachen bereits eingeführt, im Scheibenschachen ist die Arbeit mit einem erfahrenen Heilpädagogen in diesem Schuljahr angelaufen. Zurzeit steht der Heilpädagogik allen Kindern der Primarschule und der Realschule zur Verfügung, welche entsprechenden Bedarf nachgewiesen haben. Das Departement BKS hat an der Primarschule 50 Lektionen, an der Realschule 35 Lektionen bewilligt.

Konzept bis zum Sommer 2010

Gegenwärtig laufen die Arbeiten am Konzept für die definitive Einführung der Integrativen Schulung in Aarau auf Hochtouren. Weil der Posten der Gesamtleitung der Aarauer Schulen noch verwaist ist, betreut Andreas Lüscher (Schulleiter Aare/Telli) das Geschäft ad interim. Die Leitungen Oberstufenschulhaus Schachen und Primarschulen werden durch zwei Bera-ter der Fachhochschule Nordwestschweiz begleitet. In der Schulpflege wird die Einführung von der Ressortinhaberin Qualität und Entwicklung, Barbara Urech, überwacht. Die flächendeckende Einführung ist auf den Beginn des Schuljahres 2010/2011 vorgesehen.

Eine Befragung der Schülerinnen und Schüler der Aarauer Oberstufe zeigt, dass niemand der aufgelösten Kleinklasse nachtrauert. Im Gegenteil: Die Vermeidung einer Stigmatisierung durch den Status «Kleinklässler» wird von den Betroffenen durchaus «als Chance wahrgenommen, mit einem Realschulabschluss bei der Lehrstellensuche und in der Arbeitswelt besser aufgenommen zu werden», heisst es in einem internen Bericht. Im gleichen Sinne haben sich auch Eltern und Lehrkräfte geäussert.

Im Kampf am Limit helfen

Ein zentrales Ziel für das laufende Schuljahr ist die Formulierung von individuellen Lernzielvereinbarungen für integrierte Schülerinnen und Schüler mit einem erhöhten Förderbedarf. Damit sollen diese Jugendlichen «in ihrem ständigen Kampf am Limit entlastet und eine Steigerung ihres Wohlbefindens ermöglicht werden», heisst es im Papier der Aarauer Oberstu-fe. Daneben sind in Einzelfällen zusätzliche Förderlektionen geplant, auch hier mit dem Ziel, die Betroffenen zu «entlasten» und sie gemäss ihren Ressourcen individuell zu fördern.

www.peopletalk.ch

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