Prozess

«Er ist ein durchtriebener Manipulator» – Eklat beim Prozess gegen Mörder von Marie

Im Prozess um das Tötungsdelikt an der 19-jährigen Marie hat der Angeklagte Claude Dubois zum Prozessauftakt vor dem Strafgericht in Renens VD seinen Verteidiger abgelehnt. Er forderte die Vertagung der Gerichtsverhandlung.

Knapp drei Jahre nach dem Tötungsdelikt Marie muss sich der mutmassliche Täter Claude Dubois in dieser Woche vor einem Gericht in Renens VD verantworten. Der Fall hatte in der gesamten Schweiz Empörung ausgelöst.

Die 19-jährige Marie wurde am 13. Mai 2013 nach der Arbeit in einem Restaurant in Payerne VD entführt, getötet und in einem Wald in Châtonnaye FR zurückgelassen. Der mutmassliche Täter hatte die Polizei selber zur Leiche geführt und die Tat gestanden.

Fall Marie S.: Die Familie trifft ein

Fall Marie S.: Die Familie trifft ein

Renens - 7.3.16. - Am Montag begann der Prozess gegen Claude Dubois. Die Familie der ermordeten Marie betritt mit Anwalt Jacques Barillon das Bezirksgericht in Renens bei Lausanne.   Der 39 Jährige vergewaltigte und ermordete 2011 die damals 19 Jährige Marie.

Zum Zeitpunkt der Tat hatte der Angeklagte seine Reststrafe mit einer elektronischen Fussfessel im Hausarrest verbüsst, was in der Öffentlichkeit eine breite Kontroverse ausgelöst hatte.

Vertrauensverhältnis zwischen Täter und Anwalt gestört

Der 39-jährige Angeklagte wirft seinem Verteidiger Loïc Parein am Montag vor, ihm Briefe vorenthalten zu haben und die genauen Umstände, wie ihm eine CD-Rom mit dem Blog von Marie zugekommen sei, nicht erklärt zu haben.

Damit sei das Vertrauensverhältnis zwischen ihm und seinem Anwalt zerstört worden, argumentierte der Angeklagte.

Der Verteidiger soll am vergangenen Samstag darüber informiert worden sein, dass ihm sein Mandat das Vertrauen entzogen hat.

Fall Marie: Was lief falsch?

Fall Marie: Was lief falsch?

16.5.13 - Claude D. entführte, vergewaltigte und tötete seine Ex-Freundin im Jahre 1998. Dafür wurde er zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. 2012 wurde er frühzeitig entlassen und unter Hausarrest gestellt. In dieser Zeit entführte und tötete er seine neue Freundin Marie. Heute ist Claude D. wegen Mord, Entführung und sexueller Nötigung vor Gericht. Der Fall Marie schockiert und wirft Fragen auf. Gerichtspsychiater Josef Sachs über den Fall und möglich Fehler. 

Für die zweite Anwältin des Angeklagten, Yaël Hayat, die erst seit 20 Tagen ihr Amt innehat, sind damit die Bedingungen für eine gerechte Verteidigung des Angeklagten nicht mehr erfüllt. Sie beabsichtige nicht, ihren Mandanten alleine zu verteidigen und an einer Scheinverhandlung teilzunehmen.

Generalstaatsanwalt Eric Cottier sprach sich gegen eine Vertagung des Prozesses aus. Es gebe überhaupt keine neuen Elemente in dieser "Nicht-Affäre um die CD-ROM", sagte er.

Um über den Antrag des Angeklagten zu entscheiden, müsse man dessen Persönlichkeit kennen: Er sei ein durchtriebener Manipulator, der alles kontrollieren wolle.

Seinen Launen dürfe nicht nachgegeben werden, um einen Amtsverteidiger abzulösen. Man befinde sich hier nicht in einem Selbstbedienungsladen.

Fall Marie S.: Hier verlässt die Familie von Marie S. das Bezirksgericht

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Renens - 7.3.16. - Am Montagmorgen begann der Prozess gegen Claude Dubois. Die Familie der ermordeten Marie verlassen mit Anwalt Jacques Barillon das Bezirksgericht in Renens bei Lausanne.

Falls das Gericht den Antrag des Angeklagten ablehne, so stehe dem Angeklagten damit auch keine Rekursmöglichkeit offen, weil er korrekterweise durch das Anwaltstandem Parein und Hayat vertreten werde.

Der Angeklagte ist des Mordes, der sexuellen Nötigung, der Freiheitsberaubung und Entführung mit erschwerenden Umständen angeklagt. Er war bereits zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er 1998 im Alter von 22 Jahren seine damalige Freundin entführt, vergewaltigt und getötet hatte.

Der Prozess wird voraussichtlich die ganze Woche dauern. Das Urteil wird am 24. März erwartet.

Der Waadtländer Generalstaatsanwalt Eric Cottier wird voraussichtlich die lebenslange Verwahrung des Angeklagten beantragen.

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