Islamismus

Er hetzte auf Facebook: Strafverfahren gegen Islam-Konvertiten

Der IZRS distanzierte sich nur zaghaft vom Facebook-Hetzer.

Der IZRS distanzierte sich nur zaghaft vom Facebook-Hetzer.

Die Bundesanwaltschaft hat gegen den Konvertiten Abdullah C. ein Strafverfahren eröffnet. Er steht im Verdacht, mit IS und al-Qaida zu sympathisieren. Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) distanziert sich nicht von ihm.

Die Bundesanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen den Baselbieter Konvertiten Abdullah C. eröffnet, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

«Frankreich hat es verdient. Es sollen noch mehr Anschläge gemacht werden in diesem dreckigen Staat», schrieb der ehemalige Departementsleiter Infostände des Islamischen ­Zentralrats Schweiz am Tag nach den Terroranschlägen von ­Paris in einer privaten Facebook-Nachricht.

Bedauernswert sei ­einzig, «dass die Zivilbevölkerung dran glauben muss, da man an die Entscheidungsträger nicht herankommt», schreib C. am Morgen des 14.  November. Die Nachricht fand den Weg ins Netz.

Nathalie Guth, Sprecherin der Bundesanwaltschaft, bestätigte auf Anfrage der Sonntagszeitung die Eröffnung eines Verfahrens ­wegen Verdachts des Verstosses gegen das Bundesgesetz über das ­Verbot der Gruppierungen al-Qaida und Islamischer Staat sowie ­verwandter Organisationen.

Wer dagegen verstösst, dem droht eine Freiheitsstrafe bis zu fünf ­Jahren oder Geldstrafe.

Auch im Islamischen Zentralrat Schweiz war der Fall C. Thema: «Es hat eine ­Aussprache stattgefunden», sagt Generalsekretärin Ferah Ulucay. «Er hat uns seinen Face­book-Eintrag erklärt und sich für die dadurch entstandenen Missverständnisse entschuldigt.» C. habe laut eigenen Angaben «das Missverhältnis der Medienberichterstattung auf zugespitzte Weise» kritisieren wollen. «Dass ihm dies tatsächlich misslang, bedauert er heute. Für den Zentralrat ist die Sache damit vorerst erledigt», sagt Ulucay.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1