«Ich gebe es zu», sagt der Entertainer gegenüber Moderator Hugo Bigi, «als sich im zweiten Wahlgang alle bürgerlichen Parteien gegen mich stellten, dachte ich ‹das ist es nun gewesen›.» Doch der bald 40-jährige Zürcher setzte sich mit 894 Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Sigi Asprion durch

Nach seinem Wahlerfolg erklärt der ausgebildete Opernsänger und Kulturmanager in der Diskussionssendung «Talk Täglich» auf Tele Züri, wie er sein Amt als neuer Gemeindepräsident in St. Moritz angehen will. Es brauche etwas weniger Parteipolitik, meint Jenny gegenüber Moderator Hugo Bigi. Bei der Wahl ums Gemeindepräsidium habe man gemerkt, dass die Parteien den Anschluss an die Bevölkerung etwas verloren haben. 

Als Parteiloser sei der Entertainer vollkommen unabhängig und frei in seiner Arbeit. «Ich glaube, diese Vogelperspektive tut St. Moritz gut», so Jenny. St. Moritz leide unter einer Art Lethargie, einem «Dauer-Winterschlaf», wie es der Zürcher ausdrückt. Davon hätten  die umliegenden Gemeinden zwar profitiert, nun gehe es aber darum, dass die grösste Engadiner Gemeinde St. Moritz wieder das Szepter in die Hand nehme.

In einem ersten Schritt habe Jenny aufgehört, zwischen Einheimischen und sogenannten Gästen zu unterscheiden. Es gebe in St. Moritz schliesslich Ausländer, die seit Jahrzehnten dort leben und Steuern zahlen, allerdings kein Stimmrecht haben. Dies versuchen zu ändern, sei überlegenswert, so Jenny.

Überhaupt glaubt der neue Gemeindepräsident, dass er St. Moritz und seine Probleme sehr gut kenne. Dies nicht zuletzt durch seine zahlreichen Bekannt- und Freundschaften, die er in seiner jahrelanger Tätigkeit als Organisator des renommierten Festival da Jazz gesammelt hat. (luk)

Die ganze «Talk Täglich»-Sendung mit Christian Jenny können Sie hier nachschauen:

Entertainer wird Gemeindepräsident von St. Moritz

Entertainer wird Gemeindepräsident von St. Moritz

„Die Herausforderung ist gross. Aber meine Lust, sie ist auch gross“ – Christian Jenny hat das Rennen um das Amt des Gemeindepräsidenten von St. Moritz gewonnen.