Engagement für Kindererziehung

Im «Rollenspiel-Zimmer» können die Kinder ihre Sozialkompetenz schulen.

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Im «Rollenspiel-Zimmer» können die Kinder ihre Sozialkompetenz schulen.

Gewerkschaft und Krippenverband fordern jährlich fünf Milliarden Franken mehr für Krippen. Im Fricktal gibt es bereits zahlreiche Betreuungsstätten für Kinder – im Oktober machen zwei weitere Tagesstätten auf.

Lilly-Anne Brugger

Kurz nach 14 Uhr ist nicht viel Betrieb in der Kinderkrippe Momo in Rheinfelden. Die meisten Kinder machen noch ihren Mittagsschlaf. Einige sind allerdings schon wach und spielen im grossen Aufenthaltsraum. In den kleinen Spielzimmern werden die Mittagsschläfer langsam wach, reiben sich den Schlaf aus den Augen und stossen zu den anderen Kindern im Aufenthaltsraum dazu. Kurze Zeit darauf sind alle wach, es heisst «aufräumen!». Innert kurzer Zeit haben die Kinder ihre Spielsachen weggeräumt und sind bereit, um im Garten zu spielen.

Seit gut einem Jahr in Rheinfelden

Seit April 2008 gibt es die Kindertagesstätte Momo in Rheinfelden. Angefangen hat alles mit zwei Kleinkinder-Gruppen, die in zwei Erdgeschoss-Wohnungen in der Überbauung Weiherfeld betreut werden. Seit August bietet «Momo» in einer dritten Wohnung auch eine Babygruppe für die ganz Kleinen an. Nun steht für die «Momo» der nächste Schritt bevor: Am 1. Oktober öffnet die Kindertagesstätte Momo in Möhlin.

Für Nicole Daenzer, Leiterin der Rheinfelder «Momo», war schon immer klar, dass irgendwann der Schritt nach Möhlin gewagt wird. «Die Suche nach einem geeigneten Haus war aber sehr schwer», so Daenzer. Nun hatte die Suche Erfolg: An der Landstrasse 36 kann ein grosses Haus gemietet werden, das mitten in einem weitläufigen Garten steht. Leiterin der neuen Kinderkrippe wird Desirée Weber sein. Sie wird die neue «Momo» nach denselben pädagogischen Grundsätzen führen, wie dies schon in Rheinfelden geschieht. Dabei geht es darum, die Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen und sie entsprechend ihren Fähigkeiten zu fördern. So können sich die Kinder im «Bewegungsraum» austoben oder im «Rollenspielraum» mit Puppenspiel ihre sozialen Fähigkeiten stärken. «Ganz wichtig sind auch die gemeinsamen Sing- und Geschichtenkreise vor dem Essen», erzählt Daenzer. Übrigens: Beim Kochen helfen immer auch die Krippen-Kinder mit.

Subvention für Krippenplätze

Nach wie vor problematisch ist aber für viele Eltern die Finanzierung der Krippenplätze. Aus diesem Grund haben am Montag die Gewerkschaft VPOD und der Verband Kindertagesstätten Schweiz (KiTaS) eine Petition beim Bundesrat eingereicht, in der mehr Engagement in der Kinderbetreuung gefordert wird. Fünf Milliarden Franken sollen für die familienergänzende Kinderbetreuung zur Verfügung gestellt werden, unter anderem, um die Elternbeiträge zu senken. «Dies ist sicher nötig», meint Nicole Daenzer. In der «Momo» gibt es zwar für Eltern mit kleinem Einkommen einige subventionierte Krippenplätze, da die Krippe aber selbststragend sein muss, können diese nur begrenzt angeboten werden. Ausserdem sollen mehr Krippenplätze geschaffen werden. 2004 fehlten in der Schweiz rund 50 000 Krippenplätze. Im Fricktal gibt es zwar einige Kindertagesstätten (siehe Übersicht rechts), doch diese befinden sich fast nur entlang dem Rhein.

Ab dem 1. Oktober wird es im Fricktal zwei Kindertagesstätten mehr geben - nicht aufgrund von staatlicher Förderung, sondern dank Eigeninitiative. Neben der «Momo» wird in Möhlin auch das Chinderhuus Mary Poppins seine Türen öffnen. Damit die Kinder und ihre Eltern die Tagesstätten besser kennen lernen, wird es in den nächsten Wochen Tage der offenen Tür geben. Den Anfang macht die Kindertagesstätte Momo am nächsten Samstag von 10 bis 16 Uhr.
www.kitamomo.ch

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