Am Mittwoch trifft der Bundesrat die ersten Entscheide zum Atomausstieg. Basis ist ein Aussprachepapier von Doris Leuthard. Dabei setzt die CVP-Energieministerin auch auf Gas, wie Recherchen der Zeitung «Der Sonntag». zeigen.

Eine vertrauliche Präsentation aus dem Bundesamt für Energie vom 27. März 2012 legt dar, dass es trotz massiven Ausbaus der erneuerbaren Energien nach der Stilllegung des letzten AKW vorübergehend vier bis fünf Gaskombikraftwerke braucht.

Umweltschützer konsterniert

Der Bau von Gaskraftwerken freut nicht alle: Umweltschützer kritisieren den CO2-Ausstoss, die Branche beklagt die mangelnde Rentabilität und fordert hinter vorgehaltener Hand gar Subventionen. Doch für viele Teilnehmer der vom Bund einberufenen Arbeitsgruppen ist die Kombination von erneuerbaren Energien und Gaskraftwerken der realistischste Weg.

Auch von den Kantonen gibts Unterstützung, obschon diese sich offiziell noch nicht festgelegt haben: «Ich persönlich bin überzeugt, dass es Gaskraftwerke in einer Übergangsperiode braucht», sagt Regierungsrat Beat Vonlanthen, Präsident der Energiedirektorenkonferenz.

Höhere Subventionen

Bei der Förderung der erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind und Wasser setzt Leuthard auf höhere Subventionen: Sie will die Beträge für die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) und das Gebäudesanierungsprogramm verdoppeln. Leuthards Weg über die existierenden Instrumente kann auch als Absage an eine ökologische Steuerreform gewertet werden, wie sie Eveline Widmer-Schlumpf plant. Zu gross ist hier der Widerstand.

Im Interview mit dem «Sonntag» sagt Leuthard: «Die Bundesstrategie nimmt Formen an. Es ist möglich, unseren Energie- und Strommix umzustellen. Aber es braucht Zeit, Investitionen und ein Umdenken in Gesellschaft und Wirtschaft.» (rsn)