Energieinitiative nun für Aarau

Nach der knappen Niederlage im Kanton kündigen die Grünen Aarau eine kommunale Energieinitiative an.

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Aargauer Zeitung

Stefan Worminghaus

Nach der knappen Abstimmungsniederlage ihrer Initiative «Energiepolitik mit Weitsicht» auf kantonaler Ebene lässt sich die Grüne Partei nicht entmutigen. Das kantonale Abstimmungsresultat vom Sonntag mit 51 Prozent Nein-Stimmen ist laut Medienmitteilung der Grünen zwar «eine Enttäuschung für den Kanton Aargau insgesamt». In den Bezirken Aarau, Baden und Rheinfelden sowie in zahlreichen einzelnen Gemeinden ist die Initiative aber angenommen worden - in der Stadt Aarau beispielsweise mit knapp 60 Prozent Ja-Stimmen.

Gemeinde um Gemeinde

Die Grünen Aarau schliessen denn auch aus diesem Resultat, dass «der Kanton Aargau gemeindeweise für eine fortschrittliche Energiepolitik gewonnen werden muss und gewonnen werden kann». Sie haben deshalb beschlossen, für die Stadt Aarau eine kommunale Energieinitiative zu lancieren, «welche die Stadt Aarau auf den Weg der 2000-Watt-Gesellschaft führen soll».

Die Initiative wird sich am Gegenvorschlag zur Initiative «Umweltschutz konkret» der Grünen der Stadt Zürich orientieren. Dieser Gegenvorschlag wurde dort am 30. November 2008 mit einer Dreiviertelmehrheit angenommen. Welche Anpassungen gemacht werden müssen, damit der Text auf Aarau übertragen werden kann, sei derzeit Gegenstand von Abklärungen, sagt Micha Siegrist, Präsident der Grünen Aarau auf Anfrage. Anders als die ewz in Zürich sei die IBAarau AG zum Beispiel nicht mehr Teil der städtischen Verwaltung, was den Einfluss der politischen Behörden und der Verwaltung verringere.

«Der definitive Initiativtext wird derzeit ausgearbeitet. Ausserdem sind wir dabei, andere Ortsparteien zu suchen, die unser Anliegen unterstützten. Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit mehreren Interessenten», sagt Siegrist weiter.

Zinslose Kredite für Sanierung

Als konkrete Forderungen einer städtischen Energieinitiative auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft kann sich Parteipräsident Siegrist vorstellen, dass die Stadt zinslose Darlehen an Private vergeben könnte, die ihr Haus oder ihre Wohnung energetisch sanieren wollen. Und auch bei den städtischen Liegenschaften selber gebe es noch viel Energieoptimierungs-Potenzial.

«Aarau schmückt sich mit dem Label ‹Energiestadt›. Schaut man sich aber das gesamtschweizerische Energiestadtranking an, so liegt Aarau weit hinter den innovativen Städten wie Zürich, Baden oder Lausanne zurück», sagt Siegrist: «Aarau ist auf dem richtigen Weg, aber es gibt noch viel zu tun.»