Laufenburg
Ende des Brückenstreites

Mit grosser Mehrheit stimmten die Laufenburger Bürger für die Fortführung der Brückensanierung im Stil der deutschen Seite.

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Brücke Laufenburg

Brücke Laufenburg

Aargauer Zeitung

Um 22.55 Uhr stand fest: Die Sanierung der Rheinbrücke in der Laufenburger Altstadt wird jetzt doch wie auf deutscher Seite erfolgen - zumindest das Trottoir und die Fahrbahn. Lediglich das bereits hergestellte Brückengeländer weicht im Aussehen ab. Es wird so angebracht, dass es jederzeit wieder entfernt werden kann. Mit dem Beschluss steht der seit letztem Herbst anhaltende Brückenstreit vor dem Ende.

170 Stimmberechtigte nahmen an der Mammut-Versammlung mit 15 Traktanden teil. Der Höhepunkt kam zuletzt: Die Debatte um die Sanierung der Altstadtbrücke. Den Einstieg machte Stadtammann Rudolf Lüscher mit dem Eingeständnis: «Es wurden Fehler auf Schweizer Seite gemacht.»

Der Stadtrat habe es versäumt, das Baugesuch auszuschreiben, weil er es als «untergeordnet» betrachtet habe. Lüscher schrieb die daraus entstandenen Querelen auch einer «gewissen Dynamik» zu. Denn die Deutschen mussten ihren Brückenteil noch 2008 fertigstellen. Lüscher sagte dazu: «Die Deutschen sind nicht bereit, ihren Teil wieder abzubauen.»

Seine Aussage beeindruckte jedoch nicht alle Anwesenden. Susanna Brogle stellte erneut einen Rückweisungsantrag. Ihre Begründung: «Die geplante Sanierung ist ein grober Eingriff in die Brückenbaukunst.» Das an der letzten Gemeindeversammlung geforderte denkmalschutzwürdige Konzept wurde nicht ausgearbeitet. Und: «Angaben zu Kosten fehlen», so Brogle.

In dieselbe Richtung zielte Niklaus Thiermann. Dem Stadtrat warf er vor: «Ihr spielt nicht mit offenen Karten. Das ist eine miese Vorlage.» Thiermann stellte mehrere Anträge. Unter anderem sei über die Freigabe eines Kredits von 140 000 Franken anstatt von 40 000 Franken abzustimmen.

Thiermann weiter: «Für allfällige Mehrkosten ist der Gemeinderat solidarisch haftbar zu machen, inklusive Chefbeamte wie Bauverwalter und Gemeindeschreiber.» Das war starker Tabak. Rudolf Lüscher konterte mit dem Hinweis: «Eine Abstimmung ist unnötig, weil das Haftungsgesetz massgebend ist.» Dennoch, so Lüscher, «ist es hinter die Ohren geschrieben.»

Hans Ryser erinnerte, dass trotz Ja zur Sanierung noch keine Baubewilligung da sei. Ryser forderte folgendes Vorgehen: «Der Gemeinderat muss umgehend nach der Bewilligung einen Antrag an den Regierungsrat stellen, dass die Brücke unter Denkmalschutz gestellt wird.» Dann werde vieles geregelt, so Ryser. Sein Antrag wurde angenommen.

Laufenburg und nicht Schildburg

Die Versammlung folgte einem von 220 Bürgern unterzeichneten Initiativbegehren. Darin hiess es: Die Laufenbrücke ist fertigzustellen in der Ausführung, wie sie im deutschen Teil bereits erfolgt ist. Felix Klingele dazu: «In der jetzigen Situation ist es unsinnig, die Sanierung rückgängig zu machen. Ein denkmalschutzwürdiges Konzept könnte nur mit Kompromissen ausgearbeitet werden.

Klingele weiter: «Laufenburg hat einen seltsamen Ruf. Wir hatten Gratiswerbung, aber jetzt werden wir ausgelacht.» Es sei an der Zeit, Vernunft anzunehmen, «sonst müssten wir Laufenburg zu Schildburg umtaufen.» (PSC)