USA

Empörung nach Angriff auf Washingtoner Holocaust-Museum

Polizei am Tatort

Polizei am Tatort

Der blutige Angriff eines 88-jährigen Rechtsextremisten auf das Holocaust-Museum in Washington hat in den USA helle Empörung ausgelöst. Diese «abscheuliche Tat» habe ihn «schockiert und tief betrübt», erklärte US-Präsident Barack Obama.

Wenige Stunden zuvor hatte der greise Attentäter James von Brunn in dem Museum um sich geschossen und einen Wachmann getötet.

"Diese abscheuliche Tat erinnert uns daran, dass wir wachsam bleiben müssen gegen Antisemitismus und jegliche Form von Vorurteilen", erklärte Obama. Auch die israelische Botschaft verurteilte den Angriff.

Die muslimische Organisation MPAC sprach von einer "hassmotivierten" Tat. "Solche tragischen Vorfälle führen nur dazu, dass wir unsere Bemühungen verstärken, Intoleranz mit allen möglichen Mitteln zu begegnen", erklärte die MPAC.

Bei dem 88-jährigen Täter handelt es sich nach Angaben der Justiz um den vorbestraften Holocaust-Leugner James von Brunn aus dem angrenzenden US-Bundesstaat Maryland. Er unterhielt nach Erkenntnissen der Ermittler seit Jahren Verbindungen zu rassistischen und regierungsfeindlichen Gruppen.

Nach Angaben der Polizei drang der Rechtsextremist am Mittwochmittag mit einer Schusswaffe in das berühmte Museum ein und schoss im Eingangsbereich um sich. Einem der Wachmänner fügte er schwere Verletzungen zu, an denen dieser später im Spital starb.

Auch Von Brunn selbst wurde durch Schüsse der sich wehrenden Wachleute schwer verletzt und ins Spital eingeliefert. In dem gut besuchten Museum unweit des Weissen Hauses brach Panik aus, viele Besucher warfen sich auf den Boden oder versteckten sich unter Bänken.

Das Museum an der Mall im Herzen Washingtons war 1993 eröffnet worden. Es ist den etwa elf Millionen Opfern des Nationalsozialismus vor und während des Zweiten Weltkriegs gewidmet.

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