Bei drei der acht tödlichen Medikamentenvergiftungen war das rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel Paracetamol die Ursache, wie das Tox-Zentrum zu seinem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht 2011 schreibt. Es sei jeweils absichtlich in einer Überdosis eingenommen worden.

Drei Todesfälle gingen auf das Konto von technisch-gewerblichen Chemikalien. Darunter fielen etwa starke Säuren und Laugen, wie sie zu gewerblichen Zwecken genutzt werden, sagte Tox-Zentrum-Direktor Hugo Kupferschmidt zur Nachrichtenagentur sda.

Die elf Todesfälle sind allerdings nur ein kleiner Teil aller tödlichen Vergiftungen in der Schweiz. Giftzentren, zuständig vor allem für Beratungen, können laut Kupferschmidt nur rund 5-10 Prozent der Todesfälle erfassen. Wenn die Vergifteten schon tot seien, wenn man sie finde, gebe es nichts mehr zu beraten. In diesen Fällen würden allenfalls die Rechtsmediziner aufgeboten.

Insgesamt führte das Tox-Zentrum im Berichtsjahr 35'576 Beratungen durch. Bei mehr als 32'000 ging es um konkrete Giftkontakte, bei den übrigen rund 3400 um Prophylaxe. Mehr als 15'000 gemeldete Giftkontakte betrafen laut Jahresbericht Kinder (53,3 Prozent), die meisten im Vorschulalter.

Vergiftungen bei Kindern sind laut Kupferschmidt zwar viel häufiger, im Durchschnitt aber viel weniger gefährlich. Gerade Kleinkinder hätten meist keinen Zugang zu gefährlichen Stoffen. Zudem nähmen sie in der Regel nur kleine Mengen zu sich.

Gefährliche Gifttiere

Von 4852 Vergiftungen erhielt das Tox-Zentrum ärztliche Berichte zum Verlauf. Mit 2990 Fällen waren die meisten Medikamentenvergiftungen. Sie verliefen zwar meist glimpflich machten aber immerhin 9 Prozent der schweren Vergiftungen aus.

Schwere Vergiftungen zogen sich gemäss Jahresbericht 340 Erwachsene und 12 Kinder oder Jugendliche zu. Mit 10,6 Prozent den grössten Anteil an schweren Vergiftungen machten Bisse giftiger Tiere aus, vor allem Schlangen. Dies, obwohl insgesamt nur gerade 47 Gifttier-Bisse registriert wurden.

Mit 10,4 Prozent ein fast ebenso grosser Teil der schweren Vergiftungen ging auf das Konto von Drogen und Alkohol (insgesamt 396). Nur 1,2 Prozent der schweren Vergiftungen wurden von Pilzen verursacht, 0,4 Prozent von Pflanzen. (sda)