Statistik

Elf Prozent mehr Jugendliche wegen Gewalttaten verurteilt – Gefängnis droht den meisten nicht

Ein Grossteil der Strafurteile betraf das Betäubungsmittelgesetz. (Symbolbild)

Ein Grossteil der Strafurteile betraf das Betäubungsmittelgesetz. (Symbolbild)

Insgesamt sind letztes Jahr 14'773 Jugendliche verurteilt worden. Einen starken Anstieg gab es bei den Urteilen wegen Betäubungsmittelhandel. Dies geht aus der aktuellen Strafurteilsstatistik des Bundes hervor.

(wap) Die meisten der verurteilten Jugendlichen müssen jedoch nicht mit Gefängnisstrafen rechnen. Diese sind erst ab 15 Jahren zulässig. In dieser Altersklasse wurden aber nur sieben Prozent zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, wie aus der am Montag publizierten Statistik der Jugend- und Erwachsenenstrafurteile des Bundesamts für Statistik (BFS) hervorgeht.

26 Prozent mussten eine Busse bezahlen. 27 Prozent kamen mit einem Verweis davon, 43 Prozent mussten einen Kurs machen oder gemeinnützige Arbeit verrichten.

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Bei den Erwachsenen sind Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz laut BFS letztes Jahr die häufigste Ursache für ein Gerichtsurteil gewesen: 53 Prozent der 105'440 Urteile betrafen Verkehrsdelikte. Bei 69 Prozent aller Urteile wurde eine Geldstrafe ausgesprochen. Die 2018 wieder eingeführte kurze bedingte Freiheitsstrafe wurde in sechs Prozent aller Erwachsenenverurteilungen verhängt.

Obligatorischer Landesverweis oft nicht umgesetzt

Neue Zahlen liefert das Bundesamt für Statistik zur Umsetzung der obligatorischen Landesverweisung bei bestimmten Straftaten. Diese werde nur in 58 Prozent der Fälle tatsächlich umgesetzt, so der am Montag publizierte Bericht. Eine statistische Analyse zeige, dass nicht nur die Schwere der Tat, sondern auch der Aufenthaltsstatus einen Einfluss darauf habe, ob die obligatorische Landesverweisung tatsächlich ausgesprochen werde: Bei Personen mit C-Status ist demnach das Risiko, ausgewiesen zu werden, 14 mal kleiner als bei Personen ohne B- oder C-Ausweis.

Milde lassen die Richter offenbar vor allem bei den Straftatbeständen des Diebstahls in Verbindung mit Hausfriedensbruch sowie eines einfachen Betrugs in Verbindung mit einer Sozialleistung walten: Hier lägen die Zahlen unter dem Durchschnitt, so das BFS in einer Medienmitteilung zur Statistik. Ohne diese beiden Straftatbestände würden 66 Prozent der obligatorischen Landesverweisungen tatsächlich ausgesprochen.

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