Austritt
Eklat bei der Freiburger CVP: Präsident geht sofort

Der Präsident der stärksten Partei im Kanton Freiburg, der CVP, ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Emanuel Waeber klagt über mangelnde interne Disziplin und will mit seinem Rücktritt die Partei «wecken», wie er sagt.

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Emanuel Waeber, CVP-Präsident in Freiburg, nimmt den Hut

Emanuel Waeber, CVP-Präsident in Freiburg, nimmt den Hut

AZ

Auf Anfrage sagte Waber am Montag zu einer Mitteilung der Partei, zu viele Leute in der CVP hätten in der letzten Zeit ohne Rücksprache mit der Parteileitung eigene Initiativen entwickelt. Das habe das Vertrauen zerstört, das es für die Arbeit brauche.

Als Beispiel nannte Waber die Volksmotion, welche die Junge CVP kürzlich lanciert hat. Mit dieser Motion will die Jungpartei Unternehmen, an denen die Öffentliche Hand beteiligt ist, zu Transparenz bei den Kaderlöhnen zwingen - ein Vorstoss, der von der Linken sofort politisch verwertet wurde.

CVP bedauert

Ein zweites Beispiel ist für Waeber, dass die Sektion des Seebezirks einen FDP-Nationalratskandidaten unterstützt, obwohl die CVP bei den eidgenössischen Wahlen mit der BDP und den Grünliberalen eine Allianz eingehen will.

In seiner Mitteilung drückt das Direktionskomitee sein Bedauern über den Rücktritt Waebers aus. Bis die Nachfolge geregelt ist, wird die Partei von den übrigen Mitgliedern des Präsidiums geleitet.