Roman Huber

Mit diesem Wahlresultat hat in Baden wohl niemand gerechnet, nicht einmal die SVP selber. «Ich war auf alles gefasst», gesteht Parteipräsident Serge Demuth. Um so grösser sei die Freude über diesen Wahltriumph, den man mit einer kleinen Liste erzielt habe. Die SVP habe mit der Sicherheit und dem flüssigen Verkehr offenbar auf die richtigen Themen gesetzt. In diesem Sinne sehe man sich bestätigt.

Dass die SVP in Baden einen mächtigen Schub erzielt hat, widerspiegeln die über 16 000 Zusatzstimmen, die sie mit leeren Linien auf der eigenen Liste erzielt hat. Zudem dürfte sie die Stimmen der Schweizerdemokraten abgeholt haben, die nicht angetreten sind.

Niedergeschlagenheit bei CVP und SP

Gleich drei Sitzverluste (von 11 auf 8) für die CVP, da herrscht Ratlosigkeit. Parteipräsident Matthias Gotter ist tief enttäuscht und findet keine Erklärung. Vielleicht sei man in der Aera nach Bürge politisch zuwenig präsent gewesen, mutmasst er.

Nicht viel besser erging es der SP, die zwei Sitze einbüsste (neu 9): «Es ist eine brutale Enttäuschung», sagt Co-Präsident Martin Groves offen. «Wir haben im Wahlkampf viel gemacht und sind präsent gewesen», hadert er mit dem Verdikt. Groves ist auch enttäuscht über die magere Stimmbeteiligung von 29,8%. «Die SP wird darauf drängen, dass künftig Stadtrats- und Einwohnerratswahlen zusammengelegt werden», fügt er an.

Knapp zufrieden sei man bei der FDP, sagt Matthias Bernhard mit Seitenblick auf die CVP-Verluste. Der Parteipräsident hat den Verdacht, dass die SVP auch bei der FDP Wähler abgeholt habe.

Mit dem angestrebten Halten der 7 Sitze ist man beim team sehr zufrieden. «Als einzige im Stadtrat vertretene Partei konnten wir unsere Sitze halten», sagt Parteipräsident Hannes Streif nicht ohne Stolz. Er erklärt sich den Erfolg darin, dass das team als Stadtpartei mit Badener Fokus offenbar genügend stark verankert sei.

Gross ist die Freude sowohl bei den Grünen, die sich erneut um 1 Sitz verstärken konnten, sowie bei den Grünliberalen, die auf Anhieb 2 Sitze eroberten. «Unsere klare, aber nicht allzu laute Politik scheint zu gefallen», sagt Beatrice Schilling zu ihrem Erfolg. Für Sander Mallien, Parteipräsident der GLP, lautet die Frage nun, bei welcher Fraktion die Partei andocken soll. Die EVP konnte ihren Sitz souverän halten.

Personen bezogen überrascht die Wahl von Cédric Wermuth (Juso) ebensowenig wie das beste Wahlresultat, das Lukas Breunig (FDP) vor Regula Dell'Anne (SP) und Peter Heer (FDP) verbuchten konnte.