Büren
Einweihe mit ungewollter Panne

Die 900 000 Franken der Gemeinde Büren sind gut investiertes Geld: Zusammen mit den SBB ist mit der Neugestaltung des Bahnhofgebäudes und -platzes ein Projekt mit Vorzeigecharakter realisiert worden.

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Bahnhof

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Grenchner Tagblatt

Jürg Amsler

«Es ist ein weiterer positiver Meilenstein für das Stedtli Büren», sagte Gemeindepräsident Hermann Käser bei der gestrigen Einweihung des «neuen» Bahnhofes. Er wusste bei seiner Ansprache nicht, dass er kurze Zeit später völlig ungewollt Stoff für die kommende Fasnacht liefern wird. Die Aare könne nicht bis zum Bahnhof umgeleitet, aber mit einer ‹Schiffstaufe› der Bezug zum Wasser symbolisch hergestellt werden, sagte Werner Dähler, Leiter SBB Projekt Management Region Olten. Käser liess die Flasche an einem Fenstersims an der renovierten Ostfassade zerschmettern. Das Gelächter der eingeladenen Gäste war grösser als ihr Applaus. Die hell leuchtende Mauer war null Komma plötzlich mit Rotweinspritzer verziert.

SBB schickt Reinigungsservice

Lukas Knörr, Leiter Linien und Knoten SBB Infrastruktur und verantwortlicher Organisator des feierlichen Aktes, fand rasch die passende Entschuldigung: «Es sollte eigentlich Weisswein sein. Aber die SBB haben einen ausgezeichneten Reinigungsservice. Morgen wird nichts mehr von diesem ersten ‹Schandfleck› zu sehen sein.» Und schon gar nicht wurde durch dieses Pleiten-Pech-und-Pannen-reifen Missgeschick die Freude bei den Verantwortlichen des Umgestaltungsprojektes getrübt.

Nachdem die SBB in den Jahren 2006 und 2007 rund acht Millionen Franken in die Erneuerung und Sicherheit der Strecke Büren-Busswil investiert hatte, wurden nun nochmals rund zwei Millionen Franken in die Erneuerung des Bahnhofgebäudes und die Publikumsanlagen.

Regionale Ausstrahlung

Die Einwohnergemeinde Büren steuerte 900 000 Franken an das 2,75 Millionen Franken teure Projekt bei. «Zum Glück ist das Bahnhofgebäude nicht abgerissen worden», gesteht der einstige Abbruchbefürworter Hermann Käser: «Die Renovation darf sich sehen lassen. Zusammen mit der Neugestaltung der Perrons für Bahn und Bus, der Park+Railanlage mit 50 Autoabstellplätzen sowie der Bike+Railanlage für 70 Zweiräder ist der Bahnhof Büren kein Sackbahnhof. Er ist ein wichtiger Auf- und Umsteigebahnhof für die ganze Region.»

Die Gemeindeversammlung

von Büren hat am 5. Juni 2007 einem Kredit von 900 000 Franken für die Neugestaltung des Bahnhofplatzes zugestimmt. In diesem Betrag mit eingerechnet waren die Kosten für den Erwerb des alten Postgebäudes und dessen Rückbau. Ebenso wurden die öffentlichen WC-Anlagen im Innern des Bahnhofs sowie die beiden Bushaltestellen und die Velounterstände von Büren mitfinanziert. (sl)

Dähler sprach von einem «Bijou, das entstanden ist.» Das Projekt habe Vorbildcharakter. «Mit der Gemeinde Büren und allen Partnern wurde nach Lösungen gesucht und gemeinsam ein Projekt gefunden, das der Bevölkerung am besten dient.» Die heutige Einweihung des modernisierten Bahnhofes Büren freue in deshalb besonders, weil für solche Bauvorhaben die finanziellen Mittel bei den SBB in Zukunft nicht mehr so ohne weiteres locker gemacht werden könnten.

Nicht nur die Verantwortlichen der SBB haben sich für die offizielle Einweihung eine unfreiwillige Überraschung einfallen lassen. Der Gemeinderat von Büren hat gestern Abend zwischen 16.45 und 19 Uhr alle Zugreisende mit einer Süssigkeit am neuen Bahnhof überrascht. «Die vielen Pendlerinnen und Pendler, die während der ganzen Bauzeit mit kleineren und grösseren Unannehmlichkeiten auskommen mussten, haben diesen speziellen Dank redlich verdient», begründete Gemeinderat und Bauvorsteher Herbert Kocher diese Geste.

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