Egliswil

Einsprachen werfen ihren Schatten auf Bauprojekt

Die zwei Mehrfamilienhäuser im Dorfzentrum von Egliswil würden den abzureissenden Hof um rund zwei Meter überragen.	(mch)

Dorfchern Egliswil

Die zwei Mehrfamilienhäuser im Dorfzentrum von Egliswil würden den abzureissenden Hof um rund zwei Meter überragen. (mch)

Mit der schneeweissen, historischen Kirche und dem gewichtigen Gemeindehaus wirkt das Dorfzentrum von Egliswil äusserst harmonisch. Diese Idylle wähnen einzelne Einwohner durch die ausgesteckte Überbauung «Dorfchern» nun bedroht. Gegen die geplante Überbauung sind sieben Einsprachen eingegangen, trotz Unterstützung durch die kantonale Denkmalpflege.

Markus Christen

Für Dietrich Ackermann geht es um Grundsätzliches. «Die geplanten Bauten werden den Charakter des Dorfzentrums von Egliswil fundamental verändern, indem von allen Seiten des Dorfes sichtbar nicht mehr Kirche, Gemeindehaus und Schulhaus dominieren, sondern die zwei neuen Baukörper», schreibt er in seiner Einsprache an den Gemeinderat.

Einsprachen und Vorbehalte

Sieben Einsprachen sind während der Auflagefrist insgesamt gegen die zwei geplanten Mehrfamilienhäuser eingegangen, wie Gemeindeschreiber Peter Weber bestätigt. Allerdings handle es sich bei zwei Einsprachen eher um Vorbehalte. «Unter anderem hat die Käsereigesellschaft auf die Nähe der Überbauung zur Milchannahmestelle aufmerksam gemacht», sagt Weber. Indem man auf die potenziellen Lärmquellen hinweist, wolle man wohl späteren Beschwerden zuvorkommen. Dieses Vorgehen sei verständlich, da es immer wieder aufgebrachte Einwohner gebe, die ob zu lauter Kuhglocken, Fräsen und Ähnlichem zürnen würden.

Der Tenor der fünf weiteren Einsprachen gleicht sich im Grundsatz. «Die Beschwerdeführer beklagen sich in erster Linie über eine Störung des Ortsbildes durch die massigen Mehrfamilienhäuser. Oft wird die Höhe der Häuser erwähnt. Die neuen Bauten würden die umliegenden Gebäude visuell überlagern», führt Weber aus.

Dieser Meinung ist auch Lilly Stöckli-Salm, die zusammen mit ihrem Mann Christoph und Dietrich und Renate Ackermann die schon zitierte Einsprache aufgegeben hat. «Wir wohnen vis-à-vis der geplanten Überbauung und unsere Aussicht würde stark gestört.» Stöckli fragt sich zudem, wieso ein Neubau derart gross ausfallen müsse. Schliesslich sei die Parzelle von älteren und altertümlichen Häusern umgeben, ein neues Gebäude müsse sich diesem Umstand anpassen.

Dorfcharakter wird gewahrt

Dabei hat Meinrad Müller, Geschäftsführer des verantwortlichen Architekturbüros, bewusst darauf geachtet, dass sich das Projekt, das neu den Namen «Dorfchern» trägt, möglichst gut in die Dorfzone einfügen kann. «Die Architektur und besonders die Dachfläche sind minimalistisch gehalten und mit vielen Holzelementen dem alten Bauernhof angepasst. Um diese Vision umsetzen zu können, waren aber drei Geschosse mit entsprechender Höhe unumgänglich.» Allzu grosse, nachträgliche Anpassungen schliesst Müller deshalb aus. Letzten Endes habe ja auch die Denkmalpflege das Projekt schon abgesegnet.

Kritiker Ackermann verlangt allerdings eine Konsultativabstimmung durch die Bevölkerung, er bezweifelt einen starken Rückhalt für die Überbauung. Dieser Eindruck kann durch eine spontane Befragung in der Bevölkerung nicht gestützt werden. Viele machen sich kaum Gedanken zum Vorhaben. Ein Anwohner, der den geplanten Mehrfamilienhäusern gegenüber wohnt, hofft sogar auf ein rasches Fortschreiten des Projektes. Dafür muss der Gemeinderat allerdings den Beschluss der kantonalen Koordinationsstelle, der Abteilung für Baubewilligungen, abwarten, um danach unter Einbezug der Einsprachen einen definitiven Entscheid zum weiteren Vorgehen fällen zu können.

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