Interlaken
Einer der beiden tatverdächtigen Schlitzer wieder auf freiem Fuss

Die Polizei hat einen der beiden Tatverdächtigen der Messerattacke vom Montag auf den Schwinger Kari Zingrich freigelassen. Es sei davon auszugehen, dass der Kosovare das Opfer nicht tätlich verletzt habe, teilte die Polizei mit.

Daniel Meyer
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Kari Zingrich entkam dem Tod nur knapp.

Kari Zingrich entkam dem Tod nur knapp.

Jungfrau Zeitung

Wie es dazu kam: Am Montagabend kommt der Bauer, Schwinger und SVP-Politiker Kari Zingrich (45) von der Alp am Restaurant «Waldrand» in Interlaken vorbei, in dem er seinen Freund Roland Gehrig (38) trifft. Er will hurtig auf ein Feierabendbier einkehren. Um 21.30 sind er und Gehrig die letzten Gäste auf der Gartenterrasse, als plötzlich ein Taxi vorfährt und zwei Kosovaren, die Brüder Jeton R. (33) und Rasim R. (31) aussteigen und die beiden Schweizer zu provozieren beginnen.

«Scheiss Schweizer»

Sie brüllen unter anderem «scheiss Schweizer», worauf Kari aufsteht und fragt: «was soll das?» Dabei tut er so, als würde er sie mit seinem Bierglas anspritzen. Darauf zieht einer der Kosovaren ein Messer und schlitzt dem Schwinger die Kehle auf. Zingrich will sich mit der linken Hand verteidigen, wobei ihm die Sehne durchgeschnitten wird, wie Zingrich dem Blick erzählte. Zingrichs Gesundheitszustand ist mittlerweile stabil.

Bisher noch kein Geständnis

Die alarmierte Polizei fahndet sofort nach den Tätern und nimmt die zwei Verdächtigen um ein Uhr Nachts in Interlaken fest. Ebenfalls stellt die Polizei die Tatwaffe sicher. Bisher hat keiner der beiden Täter gestanden. Das Motiv der Tat ist nach wie vor unklar.

Die Zingrichs haben viele Freunde, die sie in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Beispielsweise bestellen Freunde die Felder des wilderswiler Bauern, während Kari im Spital weilt. Karis Frau, Ottilia Zingrich (43), und ihre Kinder Jan (12) und Lea (9) wären alleine mit dem Hof in Wilderswil überfordert. Der zwölffache Kranzschwinger Kari Zingrich zählt zu den besten Schwingern des Landes, ist OK-Mitglied des Unspunnen-Schwingets in Interlaken

Der Alkohol hat Schuld

Rahman R. (70), Vater der beiden Brüder, erklärt sich die Tat seiner Söhne durch den Alkohol. Seine Söhne hätten beide schon mit Alkoholvergiftungen im Spital gelegen, «wenn sie getrunken haben, vergessen sie sich», sagte er gegenüber dem Blick.

Die beiden Brüder sind selbst Familienväter. Rasim R. ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er lebt mit seiner Familie in Bern. Jeton R. wohnt mit seiner Freundin (25) und der gemeinsamen Tochter (3) in Därligen am Thunersee.

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