Als unter den Kuppeln des Bundeshauses der Nationalrat über Namensrecht und Asylwesen debattierte, war für kurze Zeit ein besonders strahlendes Gesicht in den Reihen der Räte auszumachen. Weniger wegen dem Burka-Entscheid, als vielmehr wegen ihrer privaten Situation, erhielt Ursula Wyss von ihren Kolleginnen und Kollegen zahlreiche Glückwünsche. Grund ist ihr Neugeborener, Lyonel Gaël Alexander, der bereits zwei, drei Stunden am Stück schlafe.

Erstmals seit seiner Geburt war die SP-Frau wieder im Nationalrat anzutreffen. "Ja, ich bin sehr glücklich", sagte die 38-Jährige dem "Blick". "Es ist alles sehr gut gegangen." Ein wenig Übung hat die Bernerin in Sachen Geburt bereits - vor zwölf Jahren hat sie ihren Erstgeborenen Julian zur Welt gebracht.

Dieser besorgte denn auch das Babysitten während der Abwesenheit seiner Mutter zusammen mit Thomas Christen, SP-Generalsekretär und Vater des Neugeborenen. Die beiden haben sogar einen Säuglingskurs besucht und wickeln gelernt. Lange mussten sie allerdings nicht auf die Mutter warten, da Wyss ganz in der Nähe des Bundeshauses wohnt, war sie schnell wieder zurück aus den Nationalrat. Stillen können schliesslich selbst SP-Männer nicht.