Reigoldswil

Eine Turnhalle gegen den Leidensdruck

Will Reigoldswil mit einer Turnhalle Sekundarschulstandort bleiben? (bZ/Archiv)

Sekundarschule Reigoldswil

Will Reigoldswil mit einer Turnhalle Sekundarschulstandort bleiben? (bZ/Archiv)

An der Gemeindeversammlung von Reigoldswil wird der Souverän über den Neubau einer Turnhalle befinden. Soll das Projekt den Anspruch Reigoldswils untermauern, Sekundarschulstandort zu bleiben?

Daniel Haller

3,5 Millionen Franken sind kein Pappenstiel, zumindest nicht für eine Gemeinde mit rund 1500 Einwohnern wie Reigoldswil, die für das laufende Jahr Ausgaben von knapp 8 Millionen Franken budgetiert hat. 3,5 Millionen Franken sind der Kostenrahmen für die neue Reigoldswiler Turnhalle, deren Projekt am Montagabend an einer Informationsveranstaltung vorgestellt wird.

Nun ist Reigoldswil nicht bekannt als Gemeinde, die ob ihrer peripheren Lage im hintersten Fünflibertal Trübsal blasen würde. Im Gegenteil: Mit pfiffigen Ideen wie einem mittelalterlichen Ruinenfest hält sie sich touristisch im Gespräch. Mit der Federführung bei der Gründung des Vereins Region Wasserfallen Juraparadies und als Sitz der regionalen Sozialhilfebehörde Hinteres Frenkental treibt sie die strukturelle Weiterentwicklung der Region voran.

Halle für den Schulstandort?

Und nicht zuletzt unterstreicht Reigoldswil die Funktion als regionales Subzentrum mit der entschiedenen Verteidigung des Sekundarschulstandorts. Da drängt sich die Frage auf, ob das Turnhallenprojekt den Anspruch auf den Schulstandort unterstreichen soll. Gemeindeverwalterin Karoline Sutter winkt ab: «Zwar hat die Unsicherheit, wie es mit der Sekundarschule weiter geht, bisher einen Hallenbau verzögert.» Insofern bestehe ein gewisser Zusammenhang. «Aber die Turnhalle soll primär das Problem der akuten Raumnot lösen.»

Turnen in der Mittagspause

Die damals vom Kanton bezahlte Mehrzweckhalle reiche seit Jahren nicht aus: «Wir gestalten die Stundenpläne um den Hallenbelegungsplan herum. Man turnt selbst in der Mittagspause. Reigoldswiler Turnstunden finden teilweise auswärts statt. Das Altersturnen können wir nicht mehr anbieten.»

Da mittlerweile feststehe, dass der Sekundarschul-Unterricht weitere zehn Jahre in Reigoldswil abgehalten werde, habe sich der Gemeinderat entschlossen, die Halle zu bauen, um die Situation und den bestehenden Mangel zu entschärfen. «Es geht bei dem Projekt um den heutigen Leidensdruck, nicht um die Diskussion des Schulstandorts», stellt die Gemeindeverwalterin klar.

Und was wäre, wenn die Sekundarschule dann doch geschlossen würde? «Dann hätten wir zu viel Raum», erklärt Sutter. Allerdings sei auch dieses Szenario in der Planung berücksichtigt worden: Die Halle werde in einer Zone für öffentliche Werke gebaut, die unmittelbar gegen-
über einer Gewerbezone liegt. «Durch eine einfache Umzonung könnte das Gebäude dann einer neuen Nutzung zugeführt werden.»

Details zur Halle wollte Sutter gestern nicht bekannt geben, da die Unterlagen für die Informationsveranstaltung noch in Arbeit seien. Aber am Montagabend kann sich die Bevölkerung über das Projekt ins Bild setzen.

Montag, 8. Juni, 19.30 Uhr, im Gemeindesaal Reigoldswil

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