SBB
Eine schwarze Woche voller Verspätungen bei der SBB

Einfach hat sie es nicht, die SBB. Diese Woche gab es in der Nordwestschweiz täglich Pannen und Verspätungen. Für die SBB ist dies regelrecht eine schwarze Woche. Das sieht die Bahnbetreiberin allerdings anders.

Michael Hugentobler
Merken
Drucken
Teilen
Die SBB-Züge haben diese Woche mit mehreren Verspätungen zu kämpfen.

Die SBB-Züge haben diese Woche mit mehreren Verspätungen zu kämpfen.

Keystone

Am Montag gab es auf der Neubaustrecke zwischen Olten und Bern Verzögerungen, am Mittwoch war der gesamte Eisenbahnkorridor bei Lenzburg für zwei Stunden gesperrt, da es in der Nacht zu einer Streifkollision zwischen einer S-Bahn und einem Güterzug gekommen war. Am Donnerstag gab es Abgangsverspätungen ab Basel in Richtung Baden und Verspätungen bis zu einer Viertelstunde während dem morgendlichen Pendlerverkehr. Es ist eine schwarze Woche für die SBB.

Anders sieht das Daniele Pallecchi, Mediensprecher der SBB. «Eine schwarze Woche wäre es, wenn wir Todesopfer beklagen müssten, das war gottlob seit bald zehn Jahren nicht mehr der Fall.» Es seien eher mehrere Faktoren, die im Winter zusammenspielen.

Eisblöcke können Scheiben zertrümmern

An den Fahrgestellen der Züge sammelt sich in der Kälte Eis, und dieses Eis löst sich bei einem Warm-Kalt-Wechsel, wie er bei der Einfahrt in einen Tunnel vorkommt. Kommt zur selben Zeit ein anderer Zug entgegen, gibt es einen Knall. In seltenen Fällen können herumfliegende Eisbrocken die Scheiben der Waggons zertrümmern. Da die Scheiben aber doppelt verglast sind, besteht keine Gefahr für die Passagiere.

Aus diesem Grund verlangsamt die SBB bei kaltem Wetter in Tunnels zwischen Olten und Bern oder Olten und Basel die Züge. «Dabei entstehen geringe Verspätungen von wenigen Minuten», so Pallecchi.

Ein weiteres Problem ist, dass bei plötzlichen Kälteeinbrüchen mehr Passagiere als Verkehrsmittel den Zug anstelle des Autos wählen. Deshalb hat die SBB begonnen, die Passagiere dazu zu ermahnen, so schnell wie möglich ein- und auszusteigen. «Unser Fahrplan ist so eng, dass wir an besonderen Tagen die Kapazitätsgrenze erreichen», so Pallecchi.

Wenn bei Schneefällen plötzlich 10 Prozent mehr Passagiere die Züge nützen, werden damit automatisch die Haltezeiten an den Bahnhöfen verlängert. «Pro Bahnhof handelt es sich dann vielleicht nur um eine Verspätung von 10 Sekunden, aber diese summiert sich nach Dutzenden Haltestellen auf mehrere Minuten auf», sagt Pallecchi.