Rorschach

«Eine riesige Unverschämtheit»: Mann verkauft als Schwarzer verkleidet «Mohrenköpfe»

Geschmacklos aber nicht verboten.

Geschmacklos aber nicht verboten.

Ein Unbekannter hat am Donnerstagmittag in Rorschach «Mohrenköpfe» verkauft. Er war dabei geschminkt und verkleidet. Seine Aktion sorgt für Empörung. Strafbar macht sich der Mann indes nicht.

«Das ist doch eine riesige Unverschämtheit, man kann sich doch in der heutigen Zeit nicht als Schwarzer verkleiden und ‹Mohrenköpfe› verkaufen», sagt eine Frau aus Rorschach, welche die groteske Situation auf einem Parkplatz in der Stadt beobachtet hat. Ein Mann stellte einen Verkaufsstand für «Mohrenköpfe» auf und malte sich das Gesicht schwarz an. Zudem trug er eine Kraushaar-Perücke und ein buntes Gewand.

Beim Unternehmen, vor dem der Mann seinen Stand aufgebaut hatte, läute das Telefon im Minutentakt, sagt eine Frau: «Die Leute reklamieren und wollen wissen, wer das war. Ich weiss es nicht, und der Chef ist derzeit nicht erreichbar.» Man war offenbar überrascht von der Aktion.

Kein guter Witz: Der Mann verkaufte «Mohrenköpfe».

Kein guter Witz: Der Mann verkaufte «Mohrenköpfe».

Kein Straftatbestand

Auch die Kantonspolizei St.Gallen hat Kenntnis von der Verkaufsaktion. «Im Verlauf des Tages gingen mehrere Meldungen bei uns ein», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Erstmals habe man am Donnerstagmorgen um kurz vor 12 davon gehört.

Daraufhin habe man eine Polizeipatrouille losgeschickt, um den Sachverhalt abzuklären. Die Beamten hätten vor Ort die Situation dokumentiert und die Personalien des Mannes aufgenommen. Zudem habe man die Stadt Rorschach in Kenntnis gesetzt. «Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen werden vorderhand keine weiteren Massnahmen eingeleitet», so Schneider weiter.

Stadt Rorschach kann nicht handeln

Auch die Stadt Rorschach habe nichts gegen die Aktion unternehmen können, hiess es auf Anfrage. «Als ich von diesem Fall gehört habe, hielt ich es für einen schlechten Witz – das kann doch nicht sein», sagt Marcel Aeple, Stadtschreiber von Rorschach.

Doch auch den Behörden seien die Hände gebunden, sagt Aeple weiter:

Streit um «Mohrenköpfe» in Regalen

Der Vorfall in Rorschach ereignete sich nur wenige Tage nachdem die Detailriesen Migros, Volg und Denner die «Mohrenköpfe» der Aargauer Firma Dubler aus ihren Regalen verbannt hatten. Kunden hatten sich beschwert, dass der Name der Süssigkeit rassistisch sei.

Dies wiederum geschah, nachdem in den Vereinigten Staaten der Afroamerikaner George Floyd durch einen Polizeibeamten vor laufenden Kameras getötet worden war. Seitdem gehen Hunderttausende Menschen in den USA auf die Strasse, um gegen strukturellen Rassismus auf Seiten der Polizei zu demonstrieren.

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