Heidi Schwarz

«Stein und Mörtel bauen ein Haus, Geist und Liebe schmücken es aus.» Mit diesem Spruch begrüsste Gemeinderat Eduard Kohler die Gästeschar, die gestern zur offiziellen Eröffnung des neuen Schulzentrums in Oberdorf im Waldenburgertal kam. Der Baukommissionspräsident, wie auch Gemeindepräsident Ewald Fartek, bedienten sich in ihren Reden noch eines weiteren Klassikers: «Freude herrscht im Waldenburgertal.» Mit Adolf Ogis Dauerbrenner skizzierte Kohler die lange Geschichte des Um- und Neubaus des Schulzentrums Dorfmatt.

Begonnen hat die Geschichte vor zehn Jahren. Im Jahre 1999 erhielt die Gemeinde Oberdorf als Standortgemeinde der alten Sekundarschule vom Kanton den Auftrag, das bestehende Schulzentrum um zwölf Schulzimmer (heute sind es 14) und eine Dreifachturnhalle zu erweitern.

Das Projekt ging aus einem Wettbewerb hervor. Nach der Bewilligung eines Projektierungskredits von einer Million Franken durch die Stimmberechtigten und der definitiven Zusage, dass Oberdorf Sekundarschulstandort bleibt, genehmigte die Gemeindeversammlung im Frühling 2006 einen Baukredit von nahezu 20 Millionen Franken.

Wüthrich liest «Der kleine Faun»

Zweieinhalb Jahre nach dem Spatenstich vom 22. Januar 2007, verbunden mit Gesamtkosten von 28 Millionen Franken, konnte das neue Schulzentrum nach den diesjährigen Sommerferien den eigentlichen Benutzern übergeben werden. Dass es wegen aufwändigen Spezialtiefbauarbeiten zu einer sechsmonatigen Verzögerung kam, interessierte gestern kaum noch.

«Die strapazierten Nerven dürften sich mit dem heutigen Datum wohl wieder entspannen», sagte Fartek wohl das, was allen am Neu- und Umbau beteiligten Personen auf der Zunge lag. Vom neuen Schulzentrum, der Schule für ein Tal, versprechen sich der Gemeinderat und die Lehrerschaft auch eine Steigerung der Lernfreude. Die Hoffnung ist gross, dass diese Erwartung erfüllt wird.

Das zeigt sich daran, dass beispielsweise im bestehenden Altbau ein Lesezentrum eingerichtet wurde, und zwar als Pilotprojekt. Dieses «betreute Lesezentrum», in dem die Schüler und Schülerinnen auch ihre Aufgaben erledigen und ihren Interessen nachgehen können, wird von der Kantonsbibliothek Liestal begleitet. Aufgewertet wurden zudem die Werkräume, die Schulküche und das Naturkundezimmer.

Schulfest noch bis Mitternacht

Das gestern begonnene Schulfest geht heute Samstag ab 13 Uhr weiter bis um Mitternacht. Mit dabei ist auch Urs Wüthrich. Gestern nahm der Regierungspräsident und Bildungsminister an der offiziellen Eröffnungsfeier teil. Heute Nachmittag um 14 Uhr lädt er zu einer Lesung ein. Wüthrich liest aus dem Kinderbuch «Der kleine Faun», das sein Onkel 1962 für ihn geschrieben und gezeichnet hatte.