Leimental
Eine Leitung für alle Schulen

Die Leimentaler Schulen müssen sich nicht nur Harmos anpassen, sondern sollen auch unter eine gemeinsame Schulleitung gestellt werden. Die Leimentalerinnen und Leimentaler diskutierten deshalb über eine gemeinsame Primarschule.

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Jürg Jeanloz

Die Schule ist in den letzten Jahren zu einer grossen Baustelle geworden. Mit dem nationalen Projekt Harmos möchte man eine Annäherung der kantonalen Lehrpläne erreichen, mit regionalen Zusammenschlüssen und organisatorischen Massnahmen sollen die Kosten gesenkt werden. Die FdP lud deshalb zu einer öffentlichen Veranstaltung über die gemeinsame Primarschule im solothurnischen Leimental ein.

«Wir müssen unbedingt die Bildungschancen unserer Kinder erhöhen und die Lerninhalte an die neusten Entwicklungen anpassen», erklärte der solothurnische Bildungsdirektor Klaus Fischer. Der Kanton Solothurn gebe jährlich eine halbe Milliarde für die Bildung aus, dieses Geld müsse sinnvoll investiert werden. Das Projekt Harmos werde vielfach verteufelt.

Dabei gehe es doch einfach darum, zwei Jahre Kindergarten, sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe in der ganzen Schweiz zu etablieren. Schon heute fehle es in der Schweiz an Ingenieuren, weshalb die Mathematik und die Naturwissenschaften gefördert werden sollen. «Der Bildungsraum Nordwestschweiz mit Basel-Stadt, Baselland, Aargau und Solothurn geht mit gutem Beispiel voran», war Fischer überzeugt.

Kindergärten bleiben in den Dörfern

Ein heikles Thema brachte der Witterswiler Gemeindepräsident Marc Seelig ins Spiel. Nach den Vorstellungen seiner Kommission, die seit zwei Jahren an diesem Projekt arbeitet, sollen die Kindergärten und Primarschulen des Leimentals sowie die Oberstufe (OZL) in Bättwil unter eine gemeinsame Führung gestellt werden. «Die Kindergärten und Primarschulen bleiben in den Dörfern», beruhigte er die hundert Gäste.

Die Koordination und Stellvertretung der Lehrkräfte, die gemeinsame Administration mit Materialeinkauf sowie das Gebäudemanagement könnten vereinfacht werden. Die Anschubfinanzierung betrage 100 000 Franken. «Wir haben eine gute Zusammenarbeit im Leimental und koordinieren schon heute Qualität und Weiterbildung», widersprach Eleonore Thomann, Schulleiterin von Metzerlen-Mariastein. Das Modell der geleiteten Schule hätte sich in den Dörfern bewährt.

Thomas Klaiber, Präsident des OZL, befürwortet die Professionalisierung, aber die Schulkultur dürfe nicht auf der Strecke bleiben: «Vor lauter Managementproblemen und Papierproduktion vergessen wir, Schule zu geben», monierte er.

«Wir sparen auf dem Buckel der Kleinsten», ereiferte sich eine Besucherin. Die Administration werde immer teurer und gleichzeitig würden im Kindergarten Witterswil/Bättwil zwei Stunden pro Woche gestrichen.

Kurt Henzi, Gemeindepräsident von Dornach, verlangte über eine Gemeindeinitiative mehr Geld vom Kanton und der grüne Kantonsrat Thomas Woodtli verurteilte das Sparen bei der Bildung als Einbusse der Standortqualität. «Die Schere von guten und schlechten Schülern geht immer mehr auf», bemängelte ein Anwesender. «Die Integration ist unsere grösste Herausforderung», brachte es Fischer auf den Punkt.

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