Feuerwehr
Eine Feuerwehr für drei Dörfer

Rekrutierungsprobleme und die Sicherung des Tagesalarms bilden die Hauptargumente für eine Zusammenarbeit der Feuerwehren von Bubendorf, Ramlinsburg und Ziefen.

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Bubendorf

Bubendorf

bz Basellandschaftliche Zeitung

Heidi Schwarz

Die Feuerwehren von Bubendorf, Ramlinsburg und Ziefen wollen ihre bisherige lockere Zusammenarbeit vertiefen. Die Gemeindeversammlungen in Bubendorf, Ramlinsburg und Ziefen (siehe Kasten) haben der Kooperation zugestimmt.

Initiative ging von Ziefen aus

Die Gemeinde Ziefen hat den Vorschlag, die Feuerwehr Ziefen mit jener von Ramlinsburg und Bubendorf zu fusionieren, einstimmig angenommen. Es waren die Ziefner, die auf Bubendorf zugingen. «Grund dafür ist, dass die Ziefner Feuerwehr zu wenig Kaderleute hat. Wir haben ein Problem mit den Tagesalarmen, weil die anderen Mitglieder tagsüber ihren beruflichen Tätigkeiten nachgehen», erklärt Gemeindeverwalter Beat Thommen. Er betont, dass die Fusion finanziell wenig Vorteile bringt. Die Kostenteilung gab bei der Planung Probleme auf. Hätte man das alte System übernommen, bei dem die Kosten pro Einwohner aufgeteilt wurden, wäre Bubendorf mit seinen knapp 4500 Einwohnern stark benachteiligt gewesen. Das neue System sieht vor, dass Bubendorf 55 Prozent der Kosten übernimmt, Ziefen und Ramlinsburg je 22,5%. Bubendorf erhofft sich von der Fusion, dass man den notwendigen Personalbestand von 50 bis 60 Mitarbeitern langfristig sichern kann. (Fma)

Diese sei nicht zuletzt darum nötig, weil sich die Rekrutierung von jungen Männern und Frauen zusehends schwieriger gestalte, begründete Gemeinderat Thomas Noack an der Gemeindeversammlung in Bubendorf den Antrag für eine gemeinsame Feuerwehrkompanie Wildenstein (FWKW). Erschwerend kommt hinzu, dass auch der Tagesalarm den Verantwortlichen Kopfzerbrechen bereitet. Immer mehr Feuerwehrleute arbeiten auswärts und sind darum im Ernstfall nicht vor Ort. Mit der neuen Feuerwehrkompanie werde sich dieses Problem entschärfen, sagte der Löschvorsteher. Die drei Gemeinden haben nicht die Form eines Zweckverbandes gewählt, sondern regeln die Rechte und Pflichten der Gemeinden und Angehörigen der Feuerwehr (AdF) mit einem Vertrag. «Das lässt verschiedene Optionen offen», begründete Noack. Primäres Ziel des Vertrages ist die Nutzung von Synergien und eine Attraktivitätssteigerung sowie die langfristige Sicherung des notwendigen Personalbestandes von 50 bis 60 Feuerwehrleuten. Optimiert werden zudem das Material, die Fahrzeuge und die Magazine. Ebenso werden die Strukturen vereinfacht und die finanziellen Entschädigungen den aktuellen Standards angepasst. «Auch dies ist eine Massnahme zur langfristigen Sicherung des Personalbestandes», sagte Noack.

FC zahlt doch nicht für Kunstrasen

Bubendorf als grösste Gemeinde ist die Leitgemeinde und führt die Kasse und stellt den beiden Vertragsgemeinden anteilsmässig Rechnung. Die Stimmberechtigten genehmigten den Vertrag über die Bildung einer gemeinsamen Feuerwehrkompanie Wildenstein ohne Wortbegehren einstimmig.

Schon mehr zu reden gab das letzte Traktandum. An der Gemeindeversammlung im April beantragte ein Stimmberechtigter bei der Behandlung des Verwaltungs- und Organisationsreglement (VOR), dass kein Bubendörfer Verein einen Beitrag an Infrastrukturkosten der Gemeinde zahlen muss - rückwirkend auf den 1. Januar 2009. Diese Ergänzung soll ins VOR aufgenommen werden.

Das bedeute, erklärte Gemeindepräsident Erwin Müller, dass der FC Bubendorf, der in einer Referendumsabstimmung zu Eigenleistungen in der Höhe von 70 000 Franken an den Kunstrasenplatz verpflichtet wurde, diese nicht zu leisten hat. «Ein Rückenschuss für das Referendumskomitee und jene Stimmberechtigte, die ihm folgten», sagte Müller. Er schlug im Namen des Gemeinderats vor, die Ergänzung erst auf den 1.10.2010 in Kraft zu setzen. Doch davon wollte nach einer längeren Diskussion die Versammlung nichts wissen. Für eine Rückdatierung sprachen sich 54, dagegen 34 Stimmberechtigte aus. Mit 65:20 Stimmen wird der Paragraf zudem im VOR verankert.

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