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«Eine Diskriminierung!»: Gehörlose kämpfen mit Strassentheater gegen «No Billag»

Gehörlose kämpfen mit Strassentheater gegen No-Billag

Strassentheater gegen No-Billag

In drei Schweizer Städten warnte der Schweizerische Gehörlosenbund am Mittwoch mit einem Strassentheater vor den Folgen eines Ja zur «No Billag»-Initiative. Bereits heute bekommen Menschen mit einer Sinnesbehinderung weniger für ihre Gebührengelder.

Ohne Billag kein Fernsehen für Gehörlose. «Die gehörlosen Menschen wären vollständig ausgeschlossen von Informationen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen», sagt Martina Raschle vom Schweizerischen Gehörlosenbund.

Denn die Untertitel und Übersetzungen in Gebärdensprache, die das Fernsehen für Gehörlose erst verständlich machen, seien vollständig durch Gebührengeldern finanziert. Ein Ja zu «No Billag» würde also auch eine Diskriminierung von Menschen mit Sinnesbehinderungen bedeuten, so die Botschaft des Schweizerischen Gehörlosenbundes.

Schweizer Fernsehen für Seh- und Hörbehinderte: Das steckt dahinter.

Schweizer Fernsehen für Seh- und Hörbehinderte: Das steckt dahinter.

(Februar 2015)

Nur ein Teil der Sendungen des Schweizer Fernsehens werden für Hörbehinderte untertitelt, von den Radioprogrammen haben sie gar nichts – deshalb sind viele Gehörlose grundsätzlich gegen die Billag-Gebühren.

«Das ist eine andere Baustelle»

Für Martina Raschle geht es im Kampf gegen «No Billag» aber vor allem darum, «nicht zu gefährden, was wir in den letzten 30 Jahren erreicht haben».

Auch sie fordert einen gleichberechtigten Zugang zu SRF-Inhalten für Hörbehinderte. Also: hundert Prozent Untertitel im Fernsehen und Online-Dienste, die auch Radioinhalte übersetzen. «Aber das ist eine andere Baustelle.» (sda)

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