Langfinger
Einbruchhochburg Schweiz: In Zürich und Genf wird jede 27. Wohnung ausgeraubt

Einbrecher treiben in der Schweiz besonders häufig ihr Unwesen. Im Vergleich mit Deutschland und Österreich finden hierzulande mit Abstand die meisten Einbrüche statt. Neben Zürich und Genf sind Basel und Lugano unter den Top 5 Einbruchsstädten.

Drucken
Teilen
Einbrecher sind in Zürich und Genf besonders häufig am Werk.

Einbrecher sind in Zürich und Genf besonders häufig am Werk.

Es sind Zahlen, die erschrecken: In Zürich und Genf wird jede 27. Wohnung innerhalb eines Jahres ausgeraubt. Dies zeigt eine Studie des deutschen Verbraucherportals geld.de. Für die Studie wurden Polizeistellen in 93 grossen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz direkt kontaktiert.

Die Ergebnisse zeigen: Die Schweiz ist Europas Einbruchhochburg. So sind gleich vier Schweizer Städte unter den Top 5 der Einbruchsstatistik (siehe zweites Bild). In Zürich knackten innerhalb von 12 Monaten die Kriminellen 6820 Wohnungen auf - also jede 27. Wohnung - Rekord.

Auf dem zweiten Platz folgt Genf, wo die Lage ähnlich ist wie in Zürich. Platz 3 belegt Lugano (jede 54. Wohnung), Platz 4 nimmt Basel (jede 68. Wohnung) ein. Erst dann kommt mit Wien (jede 79.) die erste Stadt in Österreich und mit Bremen (jede 95.) die erste Einbrecherstadt in Deutschland.

Tiefe Aufklärungsquote

Schlecht steht die Schweiz auch in puncto Aufklärungsquote der Einbrüche da. Die Polizeien in Genf, Bern, Lugano und Zürich können nur Aufklärungsquoten von 9 bis 10 Prozent vorweisen. «Diese Aufklärungsquoten resultieren vor allem aus der Ergreifung einheimischer Täter. Ausländische Täter verschwinden meist über die Grenze», sagt Martin Sorg, Sprecher der Kantonspolizei Zürich.

Noch schlechter schneiden hier aber die Österreicher ab. Die Wiener Polizei konnte lediglich 4 Prozent der Einbrüche aufklären. Und auch die Beamten in Linz, Salzburg und Granz bekleckern sich bei 7, 8 und 9 Prozent nicht mit Ruhm.

Fast unisono erfuhren die Studienmacher, dass oft Banden für die Einbrüche verantwortlich sind. Meist stammen diese aus Osteuropa. Die Kantonspolizei Zürich gesteht Probleme mit «Banden aus Ex-Jugoslawien und Osteuropa» ein. «Diese Gruppen bereiten uns schlaflose Nächte», so Martin Sorg gegenüber geld.de. (jep)

Aktuelle Nachrichten