Spreitenbach

Ein Projekt mit viel Gegenwind

Umstritten: Das geplante Windrad auf dem Heitersberg scheidet die Gemüter.(BIld:zvg)

Windrad

Umstritten: Das geplante Windrad auf dem Heitersberg scheidet die Gemüter.(BIld:zvg)

Sichtbar bis ins Limmattal soll auf dem Heitersberg oberhalb Spreitenbach ein Windrad platziert werden. Doch eine Gruppe von Gegnern hat sich geschworen, alles zu tun, um das Projekt zu verhindern.

Bettina Hamilton-Irvine

Viel Wind um Windenergie: Was sich momentan rund um das geplante Windrad auf dem Heitersberg abspielt, widerspiegelt die Situation vielerorts in der Schweiz. Windenergie boomt - doch nicht alle freuen sich über die erneuerbare Energiequelle. Der Widerstand gegen Windkraftanlagen ist teilweise heftig.

So auch in Remetschwil, wo die «IG Wind Heitersberg» ein Windrad aufstellen will, welches mit einer Nabenhöhe von knapp 100 Metern und einem Rotorenradius von 40 Metern bis ins Limmattal zu sehen wäre (LiZ vom 13. 1. 2009). «Ein Pionierprojekt», «wegweisend» und «wirtschaftlich lohnend» sagen die Initianten; «störend», «überdimensioniert» und «unglücklich platziert» meinen die Gegner der «IG Windland». Auf ihrer Webseite geben sie sich kämpferisch: Man habe sich zum Ziel gesetzt, das Projekt zu verhindern, heisst es da. Und: «Wir werden die Opposition erst aufgeben, wenn dieses Thema endgültig vom Tisch ist.»

«Die wollen alles zudecken»

Laut IG-Windland-Pressesprecher Bruno Reinhard wird von den Befürwortern vieles verschwiegen. So spreche man bewusst nur von einem Windrad, hingegen solle dieses so platziert werden, dass noch weitere Platz hätten, betont Reinhard: «Die wollen nun alles zudecken.» Auch würden wichtige Unterlagen wie eine Untersuchung der Vogelwarte Sempach, welche bestätige, dass eine Gefahr für Vögel bestehe, einfach totgeschwiegen.

Die Untersuchungen zu Vögeln und Fledermäusen seien noch nicht abgeschlossen, sagt dazu Theresia Meier-Wettstein von der «IG Wind Heitersberg». Hingegen hätten die erstellten Gutachten zu Themen wie Standort, Eiswurf, Schattenwurf und Schallemissionen positive Resultate ergeben. Die Messungen der Windgeschwindigkeiten, welche eineinhalb Jahre lang durchgeführt worden seien, zeigten, dass sich das Projekt auch wirtschaftlich lohnen würde, so Meier-Wettstein: 3,8 Millionen kWh Strom pro Jahr würden produziert.

4 Monate Wartezeit für Beurteilung

Doch bis die Windkraftanlage aufgestellt werden darf, könnte es noch dauern. Denn die Opposition durch die «IG Windland» ist nicht die einzige Hürde, welche die Befürworter überwinden müssen. Auch der Bewilligungsprozess zieht sich in die Länge.

Man habe Ende Februar eine Bauanfrage an die Gemeindeverwaltung Remetschwil sowie das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau eingereicht, sagt Meier-Wettstein. Auf eine erste Beurteilung habe man jedoch mehr als vier Monate warten müssen. Danach wurde das Vorhaben durch den Kanton als «eher positiv beurteilt», so Meier-Wettstein: «Grundsätzlich sei die Bereitstellung von erneuerbarer Energie von hohem öffentlichem Interesse, doch sei auch die Landschaft zu schützen.» Nun plane man das Projekt im Detail und bereite die Unterlagen für das Baugesuch vor.

Die Gegner sind indes schon in den Startlöchern, um eine Baubewilligung zu verhindern. «Wir werden auf jeden Fall Einspruch erheben», sagt Reinhard. Ob die «IG Windland» damit den Befürwortern den Wind aus den Segeln nehmen kann, wird sich zeigen.

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