Im Quartier Gyrischachen-Einunger-Lorraine in Burgdorf soll die Emme in Zukunft keine Schäden mehr anrichten. Die Stadt Burgdorf und der Kanton Bern haben ein Planungswettbewerb durchgeführt. Teil des Wettbewerbs war eine neue Ufergestaltung im Quartier und der Ersatz für den «Typonsteg».

Die schweren Hochwasser an der Emme in den Jahren 2005 und 2007 zeigten, dass im Bereich der Wohnquartiere Gyrischachen und Einunger die Kapazität für den Wasserabfluss in der Emme erhöht werden muss. Insbesondere der zu tief gelegene «Typonsteg» stellt bei Hochwasser eine Gefahr dar. Am Steg kann sich leicht Schwemmholz verfangen, was Stauungen verursacht.

In den Wohnquartieren Gyrischachen und Einunger lebt rund ein Sechstel der Burgdorfer Bevölkerung. Damit diese auch bei intensiven Regenfällen und bei Hochwassergefahr ruhig schlafen kann, hat der Burgdorfer Gemeinderat beschlossen, den Hochwasserschutz zu verbessern und den Emmelauf im Bereich der beiden Quartiere neu zu gestalten.

Dass das Problem mit der Emme nicht neu ist, erklärte der kantonale Wasserbauingenieur Ruedi Moser mit einem Blick in die Vergangenheit: «Bereits 1837 hat Jeremias Gotthelf von der Wassernot im Emmental geschrieben.» Ob aber nun die Probleme mit dem neuen Projekt für immer gelöst sind, konnte auch er nicht mit einem klaren Ja beantworten.

Planungsbüros aus der Region

In einer öffentlichen Ausschreibung wurden interdisziplinäre Teams aus Landschaftsarchitekten, Brückenbauern und Wasserbau-Spezialisten eingeladen, am Wettbewerb teilzunehmen. Nach verschiedenen Vorselektionen wurde dann ein Siegerprojekt ausgewählt und dieses anschliessend der Bauherrschaft zur Ausführung
empfohlen.

Das Siegerprojekt entwickelten folgende Planungsbüros gemeinsam: Westpol Landschaftsarchitekten, Basel; ACS-Partner AG, Zürich; K+S Ingenieure AG, Hasle bei Burgdorf; Kaufmann + Arm Architekten, Burgdorf; Impuls AG, Thun; Wanner AG, Solothurn.

Das Projekt sieht im Bereich zwischen Wynigenbrücke und Wangelefluh eine Absenkung der Emmesohle um 60 Zentimeter vor, um die Abflusskapazität der Emme deutlich zu erhöhen. Weiter reduziert wird die Hochwassergefahr durch die Höherlegung eines neuen «Typonstegs». Der neue Steg wird als vorgefertigte Brücke und mit einem Hilfsjoch über die Emme geschoben, was die Bauzeit stark verkürzen wird.

Eine grosszügige Promenade

Von der Wangelefluh bis zur Wynigenbrücke soll auf der Uferseite Gyrischachen ein neuer Spazierweg entlang der Emme entstehen. Der heutige Uferweg wird zu einer grosszügigen Promenade ausgebaut. Im Bereich des Gyriparks sind am Emmeufer Sitzstufen vorgesehen als Zugang zum Wasser und als Bezug des Quartiers zur Emme.

Das Siegerprojekt und die übrigen Wettbewerbsprojekte sind bis am 24. April bei der Baudirektion Burgdorf öffentlich ausgestellt und können während den Öffnungszeiten jeweils von 8 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr besichtigt werden.