Konzernverantwortungsinitiative

«Ein launischer Direktor»: Economiesuisse-Direktorin Rühl greift den obersten Gewerbler Bigler frontal an

Der Schweizerische Gewerbeverband lehnt sich mal wieder gegen den Wirtschaftsdachverband Economiesuisse auf. Dessen Direktorin Monika Rühl setzt sich zur Wehr.

Der Schweizerische Gewerbeverband lehnt sich mal wieder gegen den Wirtschaftsdachverband Economiesuisse auf. Dessen Direktorin Monika Rühl setzt sich zur Wehr.

Der oberste Gewerbler Hans-Ulrich Bigler ist wütend auf die Grossfirmen. Er weiss noch nicht, ob er die Konzernverantwortungsinitiative ablehnen wird. Jetzt platzt Economiesuisse-Direktorin Monika Rühl der Kragen.

Seit Jahren sind die Beziehungen zwischen dem Gewerbeverband und Economiesuisse angespannt. Nun erreicht der Dauerkonflikt einen neuen Tiefpunkt: Economiesuisse-Direktorin Monika Rühl, die als frühere Diplomatin sonst stets konziliant auftritt, greift Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler frontal an.

Dass Bigler «kein Mann der leisen Töne, der feinen Nuancen, der differenzierten Botschaften» sei, wisse man ja, schreibt Rühl in einem Blogbeitrag unter dem provozierenden Titel «Warten auf Bigler – oder: eine Hypothek fürs Gewerbe». Als «abgewählter Nationalrat und Oberst im Generalstab a.D.» wisse er nur zu gut:

Doch mit seinen «jüngsten Eskapaden» erweise der Gewerbedirektor seiner eigenen Klientel einen Bärendienst, warnt Rühl. Hintergrund ihrer Kritik ist ein Interview von Hans-Ulrich Bigler in der «Sonntagszeitung». Darin liess er offen, wie er im November bei der Konzernverantwortungsinitiative abstimmen wird. Viele Gewerbler seien verärgert über die Grossfirmen und ihre Vertreter, erklärte Bigler. «Das Verhalten der Konzerne ist zunehmend unerträglich. Sie helfen den kleinen Unternehmen wenig, fordern aber immer die vorbehaltlose Unterstützung für ihre Anliegen.»

Bigler als «launischer Direktor»

Diese Kritik weist Monika Rühl scharf zurück. Als «studierter Ökonom» müsste Bigler wissen, findet die Economiesuisse-Direktorin, «dass die international vernetzte Schweizer Wirtschaft ein fein verzweigtes Geflecht» sei. Überdies sehe der Initiativtext für KMU keinerlei Ausnahmen im Haftungsbereich vor.

Der «launische Direktor» Bigler sei «angetrieben vom Wunsch nach Medienaufmerksamkeit», moniert Rühl schliesslich. Sein «effektheischendes Motto» laute: «Konfrontation statt Kooperation, Konflikt statt Konsens».

Autor

Sven Altermatt

Sven Altermatt

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