Ein Ja für zusätzliche Klassenzimmer

Die Gemeindekanzlei Etzgen wird teilweise umgebaut. Später sollen die Räume auch von der Schule genutzt werden. (bild: sh)

etzgen.jpg

Die Gemeindekanzlei Etzgen wird teilweise umgebaut. Später sollen die Räume auch von der Schule genutzt werden. (bild: sh)

Die Etzger Stimmbürger bewilligen einen Kredit von 195 000 Franken für den Umbau der Gemeindekanzlei. Dort sollen neue Schulräume eingerichtet werden.

Peter Schütz

«Nach der Ablehnung des ‹Bildungskleeblatts› trotzdem eine Schulraumerweiterung ins Auge fassen - wie passt das zusammen?» Ressortchef Thomas Vetter beantwortete seine Frage an der Einwohnergemeindeversammlung Etzgen am Mittwochabend gleich selber: «Kleeblatt und Schulform in Etzgen haben nichts miteinander zu tun.»

Vetter erklärte, dass Etzgen über eine integrative Schulform verfüge, die auch Angebote für die Förderung von Lernschwachen und Schülern mit besonderen Begabungen bereithalte. Und dafür werden zusätzliche Schulräume sowie zusätzliche Lehrkräfte benötiget. Kommt hinzu, dass Etzgen neben Wil als Schulstandort der künftigen Gemeinde Mettauertal vorgesehen ist. Die Schüler von Mettau werden also weiterhin nach Etzgen zur Schule gehen, während die Schüler von Oberhofen die Wahl zwischen Etzgen und Wil haben.

Der Umbau der Gemeindekanzlei sei unabhängig davon, ob die Schüler von Oberhofen nach Etzgen kommen oder nicht, berichtete Thomas Vetter. Er ergänzte: «Ein Umbau der Schule wäre wesentlich teurer.» Hingegen eignen sich die Räume der jetzigen Gemeindekanzlei für eine moderate Umnutzung. Dies haben auch Abklärungen mit dem kantonalen Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) ergeben. Laut Vetter werden die Kanzleiräume im Erdgeschoss und der Gemeindesaal bestehen bleiben. Der Eingang zu den Wohnungen wird ebenfalls nicht tangiert. Vetter sagte: «Wir bauen keine Kuschelschule mit Schlaf- und Ruheräumen für die Schüler.»

Zuversichtlich gab sich der Gemeinderat punkto Schülerzahlen. Derzeit gehen 42 Kinder in Etzgen zur Schule. Ab 2010 wird ein Anstieg auf 49 Kinder erwartet.

Ohne Mobiliar

Die Kosten für den Umbau liegen bei 195 000 Franken. Den entsprechenden Kreditantrag nahm die Gemeindeversammlung mit grosser Mehrheit an. Dass in den Kosten keine Möblierung enthalten ist, stellte für Gemeindeammann Roland Kaufmann kein Problem dar. «Es muss nicht alles nagelneu sein», sagte er. Er rechne nicht mit Zusatzkosten, da Schulmobiliar an anderen Schulen im Mettauertal frei werde, so Kaufmann.

Deutlich mehr zu reden gab an der Etzger Gemeindeversammlung das zweite Kreditbegehren - obwohl es dabei «nur» um 20 000 Franken ging. Diese Summe ist für den Bau einer Abwasserdruckleitung inklusive sanitärer Anlagen im Schützenhaus vorgesehen. Die Feldschützengesellschaft backt mit diesem Kreditantrag kleinere Brötchen, nachdem der Ausbau des Schützenhauses nicht wie im einst vorgesehenen Rahmen umgesetzt werden kann.

Dennoch äusserte sich Mitbürger Heinz Vetter skeptisch zu dem Vorhaben. «Das Geld soll nur unter Vorbehalt hergegeben werden.» Er stellte den Antrag, dass die 20 000 Franken erst dann der Schützengesellschaft zugesprochen werden, wenn das Projekt baureif ist. Sein Antrag wurde jedoch abgelehnt, der Kreditantrag über 20 000 Franken hingegen angenommen.

Der dritte angenommene Kreditantrag belief sich auf 240 000 Franken. Damit soll die Feichrüttistrasse umgelegt werden. Die Verlegung inklusive Landerwerb kostet allein 150 000 Franken. Wasser- und Sauberwasserleitungen kommen auf gesamt 90 000 Franken zu stehen. Für Gemeindeammann Kaufmann stellte das Vorhaben «ein erster Schritt für die zukünftige Erschliessung der Rebmatt» dar.

Mehr Steuereinnahmen

Zwei weitere Punkte an der Gemeindeversammlung waren: Etzgen konnte das Jahr 2008 trotz hohen Investitionen mit einem Überschuss von 104 290 Franken abschliessen. «Das ist ein sehr gutes Resultat», sagte Roland Kaufmann. Das Ergebnis führte er auf höhere Steuereinnahmen zurück. Zweitens: Die Ressortverteilung im neu gewählten Gemeinderat im Mettauertal wird demnächst erfolgen, blickte Kaufmann voraus. Die Vorbereitungen sind im Gang. Noch offen sei hingegen die Entscheidung über die Schaffung des Bauamtes, berichtete Kaufmann.

Meistgesehen

Artboard 1