Sentenblick
Ein grosser Wurf erlangt Baureife

Ohne Gegenstimme hat die Ortsbürgergemeindeversammlung Zufikon grünes Licht zur Realisierung des Grossprojekts Sentenblick erteilt. Auch die Vakuum-Röhren-Sonnenkollektoren fanden bei 41 Ja gegen 5 Nein Zustimmung.

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Sentenblick

Aargauer Zeitung

Lukas Schumacher

Die geplante Wohnüberbauung im Minergie-Standard mit den 21 komfortablen Mietwohnungen war unbestritten. Sie wird im Gebiet Schulstrasse ab Frühling 2010 verwirklicht. Im Herbst 2011, nach einer 18-monatigen Bauzeit, soll die Siedlung bezugsbereit sein. «Von dieser zukunftsgerichteten Investition wird die Ortsbürgergemeinde mittel- und langerfristig profitieren», sagte Gemeindeverat Daniel Juchli, der Vorsteher des Ressorts Ortsbürgerwesen.

Ökologische Überlegungen

Vakuum-Röhren-Kollektor und Solarenergie

Bei der Zufiker Überbauung Sentenblick werden Vakuum-Röhren-Kollektoren montiert. Dieses Solarenergie-System wird vorab für die Warmwasserproduktion im Sommer genutzt. Vakuum-Röhren-Kollektoren kosten zwar mehr als die bekannteren Flach-Kollektoren. Im Wirkungsgrad hingegen bestehen Unterschiede. Laut Fachleuten leisten Flach- und Röhren-Kollektoren an warmen, sonnigen Tagen gleich viel. Bei sinkender Aussentemperatur und bei abnehmendem Lichtniveau durch Bewölkung erzielen Vakuum-Röhren-Kollektoren einen besseren Wirkungsgrad.

Ein Röhren-Kollektor weist einen hermetisch versiegelten Glaskolben auf, in dem ein beschichteter Absorberstreifen steckt. Der Streifen ist mit dem Heat-Pipe (Wärmerohr) wärmeleitend verbunden. Im Wärmerohr befindet sich ein Arbeitsmittel (meist ein Wasser-Glykol-Gemisch), das schon bei Temperaturen von 25 Grad verdampft. Die Wärme, die durch Kondensation freigesetzt wird, gelangt über einen Aluminiumblock aus der Glasröhe und wird an die vorbeiströmende Wärmeträgerflüssigkeit übertragen. Das gekühlte Arbeitsmittel fliesst dann im Wärmerohr zurück zur erneuten Wärmeaufnahme. (SL)

Kurz zu reden gab die Option «Montage von Vakuum-RöhrenKollektoren», womit man den konventionellen Eletroheizeinsatz entlasten will; Hauptenergieträger der Siedlung werden Holzschnitzel sein, deren Heizenergie durch Nahwärmeleitungen aus der Feuerung bei der Schulanlage zugeführt wird.

Aus ökologischen Überlegungen sprach sich die Versammlung deutlich für die Sonnenergie-Nutzung aus. Sie verursacht Mehrkosten in der Grössenordnung von 300 000 Franken. Baukommissionspräsident Kurt Fischer geht davon aus, dass diese Zusatzkosten auf längere Sicht auch wirtschaftlich vorteilhaft zu Buche schlagen.

So stemmt man die 9 Millionen

Die Finanzierung der Überbauung zu Gesamtkosten von rund 9 Millionen fusst auf dem aktuellen Guthaben der Ortsbürgergemeinde in Höhe von 5,5 Millionen Franken. Für die Restfinanzierung müssen die Ortsbürger keine Bankhypothek beanspruchen. Vielmehr können sie die hohe Liquidität der Einwohnergemeinde Zufikon in Anspruch nehmen. Dafür wird ein Kontokorrent mit einer Verzinsung von voraussichtlich 1,5 Prozent geführt.

Von einem solch vorteilhaften Zinssatz proftierte früher während vieler Jahre die Einwohnergemeinde, als ihr die Ortsbürger ihre beträchtlichen flüssigen Mittel zur Verfügung stellten. Gemäss Finanzplan werden die Schulden der Ortsbürgergemeinde Ende 2011 mutmasslich 2,3 Millionen Franken erreichen und danach ständigen sinken. Gemeinderat Daniel Juchli: «Voraussichtlich im Jahr 2017 wird die Ortsbürgergemeinde wieder ein Guthaben aufweisen.»

Ein Blick auf die Mietkosten der Neuüberbauung: Zweieinhalbzimmerwohnung monatlich rund 1300 Franken (netto, ohne Nebenkosten), dreieinhalb Zimmer 1500 Franken (netto) und viereinhalb Zimmer je nach Grösse und Lage 1750 bis 1950 Franken (netto).

Ja sagte die Ortsbürgergemeindeversammlung zum Budget 2010. Für vier weitere Jahre gewählt wurden die Finanzkommissionsangehörigen Karl Kaufmann (Präsident), Albert Karli und Kurt Kaufmann sowie die beiden Stimmenzähler Martha Borlat-Wertli und Peter Müller. Ohne Gegenstimme ins Ortsbürgerrecht aufgenommen wurden das Ehepaar Alois und Doris Felder sowie Gerhard Borlat und die Kinder Nicole und Melanie.