Marisa Cordeiro

Das Niederbipper Gebiet Breitstein/Längacher konnte sich in den vergangenen Jahren einer intensiven Bautätigkeit erfreuen: Ein Mehrfamilienhaus von Jean-Pierre Herzig, Niederbipp, sowie vier Swica-Mehrfamilienhäuser lieferten einen Wohnraumzuwachs von bis zu 80 Einheiten, sagt Kurt Eggenschwiler, Betriebsleiter Werkbetriebe. Mittlerweile sei zudem die Baubewilligung für zwei weitere Mehrfamilienhäuser erteilt worden.

Offensichtlich orteten Investoren in Niederbipp das Potential für zusätzlichen Wohnraum, stellt Eggenschwiler fest und führt dies auf die stetig gewachsene Industrie zurück. Während gut 15 Jahren zuvor seien nämlich keine Mehrfamilienhäuser gebaut worden.

Jetzt wird es Zeit

Mit den bereits erstellten und geplanten Wohnblocks wird im Gebiet Breitstein/Längacher nun innert kurzer Zeit beinahe die Hälfte des bisher freien Baulandes überbaut sein. Dies führt dazu, dass die Erschliessung über den Breitsteinweg den neuen Gegebenheiten nicht mehr genügen wird. Die elektrische Versorgung stosse bereits heute bisweilen an ihre Grenzen, sagt Eggenschwiler. Zudem sei der Breitsteinweg in einem allgemein schlechten Zustand.

Zwar sei dessen Ausbau schon seit längerem im Investitionsplan, und damit auch im Finanzplan der Gemeinde vorgesehen. «Doch solange dort nicht gebaut wurde, setzte die Gemeinde andere Prioritäten.» Jetzt aber müsse das «Fozzu-Strässli» saniert und ausgebaut werden. Über den Kredit stimmt die Niederbipper Bevölkerung am 29. November an der Urne ab.

Die Investition ist «tragbar»

Das durch ein Ingenieurbüro ausgearbeitete Projekt sieht Massahmen für insgesamt 2,34 Millionen Franken vor. Daran müssen die Grundeigentümer 780 000 Franken beisteuern. Der Gemeinderat beurteilt die Investitionen gemäss Botschaft als tragbar. Immerhin ist in den Bereichen Strassenbau, Abwasserentsorgung und Elektrizitätsversorgung genügend Eigenkapital vorhanden, um die Investitionen zu finanzieren.

Bei der Spezialfinanzierung Wasserversorgung allerdings sieht es anders aus. Auf jeden Fall sollen die Investitionen mit flüssigen Mitteln vorfinanziert werden, wie Finanzverwalter Hans-Ulrich Leuenberger sagt. Es müssen somit keine Fremdmittel aufgenommen werden, der Ausgleich erfolge dann über den Steuerhaushalt und die Spezialfinanzierungen.

Vorgesehen ist, das Projekt ab Frühjahr 2010 zu realisieren. Dabei wird mit einer Bauzeit von zwölf Monaten gerechnet. Natürlich werde es in dieser Zeit zu Verkehrsbehinderungen kommen, sagt Eggenschwiler. Wie stark diese aber sein werden, könne er zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht sagen.