Abwasserreinigungsanlage
«Ein Anschluss wäre zu teuer»

Untersiggenthal und Turgi behalten ihre eigene Abwasserreinigungsanlage. «Die Kosten für einen Anschluss stünden in keinem Verhältnis», so Hans Killer, Präsident des Abwasserverbandes. Die Unterau soll aber weiterhin vom Team der ARA Laufäcker betreut werden.

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Aargauer Zeitung

Roman Huber

Drei Jahre lang wurde verhandelt. Das Projekt sah vor, die Abwasser der Gemeinden Untersiggenthal und Turgi über eine neue Verbindungsleitung in die ARA Laufäcker des Abwasserverbandes Region Baden-Wettingen hinaufzupumpen. Die sanierungsbedürftige Anlage Unterau auf Untersiggenthaler Boden wäre danach stillgelegt und dereinst zurückgebaut worden.

Kooperation am Geld gescheitert

«Der Vorstand hat entschieden, den autonomen Weg weiterzuverfolgen», sagt Hans Killer, Präsident des Abwasserverbands Untersiggenthal/ Turgi. Die Kosten für den Anschluss und den Einkauf in den Verband stünden in keinem Verhältnis zum Aufwand, den es für die Sanierung und die Erweiterung der eigenen Anlage brauche, lautet seine Begründung. Die Kosten sind von den Ingenieuren der beiden Verbände sowie zusätzlich von einem neutralen Büro gerechnet worden.

Das Erneuerungsprojekt der ARA Unterau koste rund 5 Millionen Franken und würde in zwei Ausbauetappen realisiert. Für eine Verbindungsleitung von der Unterau zur Anlage Laufäcker wurden Baukosten von 5,35 Millionen Franken errechnet. Zusätzlich müssten sich die beiden Gemeinden in der Anlage Laufäcker einkaufen und sich am Gesamtwert von knapp 90 Millionen Franken mit rund 10 Prozent beteiligen.

Wertbeteiligung ist zwingend

«Unsere Verbandsgemeinden hätten es nicht akzeptiert, wenn Turgi und Untersiggenthal ohne Wertbeteiligung so leicht hätten hineinspazieren können», rechtfertigt Roger Huber, Stadtrat von Baden und Präsident des Abwasserverbands Region Baden-Wettingen, den Eintrittspreis von total gegen 9 Millionen Franken. Ansonsten wäre der Kapitalanteil der andern Mitgliedsgemeinden verwässert worden. «Ein zu hoher Preis», sagt Hans Killer. Mit einer Sanierung und dem Ausbau wäre die Anlage für die nächsten 15 Jahre intakt. Der Verband sei aber weiterhin daran interessiert, dass die ARA Unterau als unbemannte Anlage wie in der vergangenen Zeit vom bewährten Team der ARA Laufäcker betreut würde, fügt Killer an.

«Aus der Optik zweier privatwirtschaftlicher Unternehmen hätte man trotz des Preises Ja zum Anschluss sagen müssen», meint Huber. Er bedauert die Absage aus dem Siggenthal, hat aber Verständnis und sieht sie als politischen Entscheid. Politisch darum, weil der Bürger Mehrkosten im Verhältnis 2 zu 1 auf 15 Jahre hinaus (bei einem Anschluss) nicht verstanden hätte. Man akzeptiere, dass die Wege getrennt bleiben würden und werde sich zweifellos zu einem Zusammenarbeitsvertrag finden, so Huber. Bedingung sei aber, dass die zu betreuende Anlage Unterau den Sicherheitsaspekten genügen müsse.

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