Der mutmassliche Rädelsführer, ein zum Islam konvertierter Deutscher, brach als erster sein Schweigen, mehr als drei Monate nach Beginn des Prozesses gegen die vier deutschen und türkischen Angeklagten.

Er habe der Führung der Islamischen Dschihad-Union in Pakistan die Treue geschworen und sei zum "Leiter der Operation in Deutschland" bestimmt worden, sagte er vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht.

"Das Hauptziel sollten amerikanische Soldaten in Deutschland sein", führte der Angeklagte aus. Zweitens sollte ein US-Ziel mit politischer Bedeutung wie ein Konsulat auserkoren werden. Drittens sollte eine "allerletzte Warnung an die deutsche Bevölkerung" ergehen, um den Truppenabzug aus Afghanistan und Usbekistan zu bewirken.

Der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling zeigte sich beeindruckt vom Umfang und von der Offenheit der Aussagen. "Wir werden das Verfahren schneller abschliessen können", kündigte er an. "Wir haben den Eindruck, die Karten wurden ungezinkt auf den Tisch gelegt."

Den Angeklagten wird die Vorbereitung von Bombenattentaten auf US-Einrichtungen in Deutschland vorgeworfen. Die Gruppe war im September 2007 im nordrhein-westfälischen Sauerland aufgeflogen. Bei ihnen waren 730 Liter Wasserstoffperoxid sichergestellt worden, der nach Überzeugung der Ermittler der Grundstoff für verheerende Autobomben sein sollten.