Abstimmungskampf

Ein Akt der Sabotage? – Crowdfunding für No-Billag-Initiative gestoppt

Wemakeit hat das Crowdfunding auf ihrer Seite gestoppt.

Wemakeit hat das Crowdfunding auf ihrer Seite gestoppt.

Die No-Billag-Initianten wollten auf der Crowdfunding-Plattform wemakeit 100'000 Franken für den Abstimmungskampf sammeln. Nun haben die Betreiber der Sammlung den Stecker gezogen. Für den No-Billag-Co-Präsident Olivier Kessler ein Akt der «Sabotage».

Es sollte die «grösste politische Crowdfunding Kampagne in der Schweizer Geschichte» werden: Die Initianten der No-Billag-Initiative wollten auf der Crowdfunding-Plattform wemakeit 100'000 Franken für ihren Abstimmungskampf sammeln. Noch am Freitag meldeten die Initianten stolz:

Doch daraus wird nichts. Die Gründer und Betreiber der Plattform haben der Sammlung den Stecker gezogen, wie sie heute per Twitter bekanntgaben: «Wir halten die extreme Stossrichtung der Initiative für gefährlich und werden dieser auf keinen Fall eine Plattform bieten.» Bereits einbezahlte Zahlungen würde den Unterstützern vollständig zurückerstattet.

Dem Staat jegliches Medien-Engagement zu verbieten, sei verheerend für den Zusammenhalt des Landes und die regionale Medienvielfalt. Die im Internet publizierten Richtlinien sehen vor, dass die Redaktion von wemakeit Projekte ablehnen oder stoppen und löschen kann, die "nicht den Vorgaben entsprechen oder ungeeignet" sind.

Solche Stopps seien relativ selten, sagte Johannes Gees, Mitbegründer von wemakeit, der sda. Dass ein Projekt aus politischen Gründen von der Plattform genommen worden sei, habe es aber noch nie gegeben. Die Geschäftsleitung habe bei der No-Billag-Initiative ein Statement abgeben wollen. "Das können wir als Privatunternehmen."

Der Entscheid stösst bei dem Initianten des Crowdfundings auf Unverständnis:

Olivier Kessler, Mitglied des No-Billag-Komitees, kritisiert den Entscheid gegenüber «Blick» als «Sabotage» und einen «Akt der Willkür». Es sei ein Affront gegenüber den rund 170 Personen, die bereits gespendet hätten. Das Komitee kündigte auf Twitter eine Alternative zur Sammlung über wemakeit an.

wemakeit wurde im Februar 2012 gegründet und ist heute nach eigenen Angaben eine der grössten Crowdfunding-Plattformen Europas. (mlu/sam/sda)

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