Der Eigenmietwert sei in der Bevölkerung schlecht akzeptiert. Die Leute würden nicht verstehen, wieso sie eine fiktives Einkommen versteuern sollen. Nach der Ablehnung Initiative, die eine ungerechte Lösung präsentiert habe, müsse sich nun das Parlament des Problems annehmen.

Die Herbstsession gehe in der kommenden Woche weiter, vielleicht gebe es bereits erste Vorschläge, sagte Fässler. Diese würden zwar nicht von der SP kommen. Sie könne sich aber vorstellen, dass die Partei Vorschläge zur Umgestaltung des Systems unterstützen würde.

Fässler ist auch Präsidentin des Hausvereins Schweiz, der sich nach eigenen Angaben für «umweltbewusste und faire» Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer einsetzt.

David gegen Goliath

Das knappe Resultat erklärte sich Fässler weiter mit dem Umstand, dass die finanziellen Mittel sehr ungleich verteilt gewesen seien. «Es war ein Kampf David gegen Goliath», sagte sie. Der Hauseigentümerverband (HEV) habe über mehrere Millionen Franken verfügt, das Nein-Komitee hingegen nur über 60'000 Franken.

SP-Nationalrätin Jacqueline Badran sagte am Schweizer Fernsehen zum knappen Ausgang der Abstimmung: Der Hauseigentümerverband habe aus der Vorlage - unberechtigterweise - ein sozialpolitischen Anliegen gemacht.Wären die bürgerlichen Parteien geschlossen hinter der Volksinitiative «Sicheres Wohnen im Alter» gestanden, hätte es für eine Annahme gereicht. Das sagte Ruedi Noser, FDP-Nationalrat und Mitglied des Initiativkomitees, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

«Kompletter Systemwechsel ins Auge fassen»

Nachdem andere Volksinitiativen zugunsten von Hauseigentümern keinen Erfolg an der Urne gehabt hatten, schwenkten die bürgerlichen Parteien um. Dies gab gemäss Noser den Ausschlag für das Nein am Sonntag. Einzig die SVP unterstützte die Initiative des Hauseigentümerverbandes (HEV) noch.

Das knappe Resultat aber zeige, dass das Anliegen der Initiative bei der Bevölkerung ankomme. «Viele finden es nicht recht, dass wir ein Steuersystem haben, das die Verschuldung fördert», sagte Noser. Er möchte, dass erneut ein kompletter Systemwechsel ohne Eigenmietwert und Steuerabzug für Schulden ins Auge gefasst wird.

«Dazu müssten sich aber die Kantone bewegen», sagte Noser.