Trick

Ehepaare lassen sich scheiden, um Steuern zu sparen

Paare lösen vermehrt ihre Heirat auf, bleiben aber weiterhin zusammen. (Symbolbild)

Paare lösen vermehrt ihre Heirat auf, bleiben aber weiterhin zusammen. (Symbolbild)

Weil sie Steuern vermeiden wollen, greifen vermögende Schweizer Ehepaare zu einem besonderen Trick: Sie trennen sich oder lassen sich scheiden.

Damit wollen sie jährlich Tausende Franken sparen, wie Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen. In Wahrheit sind sie weiterhin ein Paar und leben zusammen.

Der Steuertrick sei besonders bei vermögenden Paaren beliebt, sagt der Lausanner Scheidungsanwalt Franck Ammann. Er schätzt, dass sich 5 Prozent der von ihm beratenen Ehepaare wegen der tieferen Steuern scheiden lassen oder trennen.

Bei jährlich rund 17’000 Scheidungen in der Schweiz wären dies pro Jahr mehr als 800 Fälle. Die Heiratsstrafe gibt es auch für Rentner. Nach geltendem AHV-Recht erhalten Ehepaare höchstens 150 Prozent der Maximalrente.

Ein unverheiratetes Rentnerpaar bekommt dagegen die volle Rente pro Person, das heisst also 200 Prozent.

Beim Zürcher Rechtsanwalt Roger Groner melden sich deshalb pro Jahr vier bis fünf Paare im Rentenalter, die sich scheiden lassen wollen, um eine höhere Rente zu erhalten. Pro Jahr kann das bis zu 14’100 Franken ausmachen.

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