Der ehemalige SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger ist tot. Er starb am frühen Freitagmorgen kurz vor seinem 64. Geburtstag. Wegen seiner Erbschafts-Affäre im Jahr 2011, für die er auch rechtskräftig verurteilt wurde, verlor er sämtliche Ämter und zog sich komplett aus der Politik zurück.

Die Kantonspolizei Zürich bestätigte eine Meldung des "Zürcher Oberländers", gemäss der Zuppiger in den frühen Morgenstunden gestorben sei. Todesursache war plötzliches Herzversagen. Am nächsten Mittwoch wäre er 64 Jahre alt geworden.

Bruno Zuppiger 63-jährig gestorben

Bruno Zuppiger 63-jährig gestorben

Bruno Zuppiger ist kurz vor seinem 64. Geburtstag gestorben. Er hinterlässt fünf Kinder aus zwei Ehen.

Sein überraschender Tod "macht uns sehr betroffen", schrieb der scheidende SVP-Präsident Toni Brunner am Freitag. "Die SVP behält Bruno Zuppiger als herzlichen und umgänglichen Kollegen in guter Erinnerung."

Zuppiger sei ein "engagiertes Mitglied" der SVP-Fraktion gewesen, erinnerte sich der ehemalige Fraktionspräsident Caspar Baader. "Ich habe ihn sehr geschätzt. Als Kollegen und auch als Sparringpartner", sagte Baader am Freitag auf Anfrage.

Zuppiger erlebte den politischen Aufstieg - und den abrupten Fall. Im Jahr 2011 wurde er zum Hoffnungsträger der SVP. Nach fast 13 Jahren im Nationalrat, wo sich Zuppiger vor allem mit Finanz- und Sicherheitsthemen befasste, sollte er Bundesrat werden. Sein Auftrag war es, Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) aus dem Amt zu drängen.

Tod von Bruno Zuppiger: Das sagt Parteikollege Peter Preisig

Tod von Bruno Zuppiger: Das sagt Parteikollege Peter Preisig

Ex-SVP-Bundesratskandidat Bruno Zuppiger ist mit 63 plötzlich verstorben. Die Betroffenheit bei seinen Parteikollegen ist laut Peter Preisig gross. "Es ist klar, dass das uns berührt", so der Zürcher SVP-Kantonsrat.

Ein Artikel in der "Weltwoche" setzte den Bundesratsplänen allerdings ein jähes Ende: Die Zeitschrift berichtete kurz nach der Nomination, dass Zuppiger das Erbe einer verstorbenen Mitarbeiterin veruntreut habe. Er habe das Geld - statt an Hilfsorganisationen zu spenden - für sich selber abgezweigt und damit Rechnungen bezahlt.

Als Bundesratskandidat abgesetzt

Zuppiger bestritt die Vorwürfe nicht - und wurde als Bundesratskandidat abgesetzt. An seiner Stelle wurde Bauernverbands-Präsident Hansjörg Walter aufgestellt, allerdings ohne Erfolg. Widmer-Schlumpf blieb im Amt.

Als Nationalrat wollte sich Zuppiger allerdings nicht beirren lassen. Selbst als die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen ihn eröffnete, blieb er im Amt. Im September 2012 hatte er jedoch genug: Am ersten Tag der Herbstsession kündigte Zuppiger seinen sofortigen Rücktritt aus der Politik an.

Ex-SVP-Bundesrats-Kandidat Zuppiger tot

Bruno Zuppigers Tod kommt überraschend

Der ehemalige Zürcher Nationalrat Bruno Zuppiger ist gestern im Alter von 63 Jahren überraschend verstorben. Er wurde 2011 durch seine Kandidatur als Bundesrat schweizweit bekannt.

Die Vorkommnisse hätten ihm und seiner Familie sehr zugesetzt, schrieb er in seiner Stellungnahme. Es sei ihm nicht mehr möglich, sein Amt mit dem nötigen Engagement auszuüben. Er kritisierte aber auch die Spitze der Zürcher SVP, die ihn zu wenig unterstützt habe. "Trotz meines abrupten Abgangs werde ich die Zeit im Bundeshaus in guter Erinnerung behalten", schrieb Zuppiger weiter.

Zu bedingter Freiheitsstrafe verurteilt

Für den gefallenen Hoffnungsträger rückte Gregor Rutz in den Nationalrat nach. Auch sein Amt als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes musste Zuppiger abgeben.

Das Urteil des Zürcher Bezirksgerichtes folgte im Januar 2013: Zuppiger wurde wegen mehrfacher Veruntreuung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt. Im Nachhinein überwies er die veruntreuten 240'000 Franken doch noch den Hilfswerken.

Nach der gescheiterten Kandidatur und der Verurteilung wurde er unter anderem Verwaltungsrat einer Beteiligungsgesellschaft im Kanton Obwalden. Aus der Öffentlichkeit zog sich Zuppiger zurück. Er war in zweiter Ehe verheiratet und hatte fünf Kinder. (sda)