Ehemaliger Ständeratskandidat stört die Idylle der Interparteilichen Konferenz

Fordert FDP-Vertreter Thomas Ammann heraus: Heinz Zaehner, parteilos. (Bild zvg.)

Heinz Zaehner

Fordert FDP-Vertreter Thomas Ammann heraus: Heinz Zaehner, parteilos. (Bild zvg.)

In Obfelden einigte sich die Interparteiliche Konferenz (IPK) bei den Gemeinderatswahlen auf sieben Wahlvorschläge. Der ehemalige Ständeratskandidat Heinz Zaehner (parteilos), der gegen den bisherigen FDP-Gemeinderat Thomas Ammann ums Präsidium kämpft, verhindert nun eine Stille Wahl.

In den 80er- und 90er-Jahren waren sie von einigen Scharmützeln begleitet, die Gemeinderatswahlen in Obfelden. Dann aber verzog sich der Pulverdampf zusehends. Die aus CVP, EVP, FDP, SP und SVP bestehende IPK einigte sich jeweils auf gemeinsame Wahlvorschläge - mit Erfolg.

Auch bei der am 31. Januar 2010 anstehenden Erneuerungswahl ist sich das Gremium einig und präsentiert den Stimmberechtigten eine aus vier Bisherigen und drei Neuen bestehende Siebnerliste, also just so viele Kandidaten wie zu vergebende Sitze. Gemäss dem neuen Wahlgesetz hätte das eine Stille Wahl bedeutet. Einer, der nun für eine Auswahl sorgt und die Idylle IPK stört, ist der Parteilose Heinz
Zaehner (51). Er macht dem bisherigen FDP-Gemeinderat und Sozialvorstand Thomas Ammann (37) das Gemeindepräsidium streitig.

«Die Wählerinnen und Wähler sollen eine Auswahl haben. Und wenn er gewählt wird, so kann Thomas Ammann stolz sein, das Gemeindepräsidium nicht geschenkt zu bekommen, sondern gewonnen zu haben», sagt Heinz Zaehner, der 2007 als Ständeratskandidat Aufwartung machte, sich dann aber im 2. Wahlgang zurückzog. So ganz chancenlos sieht er seine Bewerbung auf kommunaler Ebene allerdings nicht: «Ich stelle mich der Wahl, also kann man mich auch wählen», sagt er und setzt dabei auch auf Neuzugezogene. - Und was sagt er zu aktuellen Fragen? Schade findet Heinz Zaehner, dass Obfelden in Sachen Autobahnanschluss nicht mit einer Stimme gesprochen hat und Politiker in der Vergangenheit zu wenig getan haben für eine rechtzeitige Lösung. Es gelte jetzt, im Dorfteil Bickwil ein Optimum herauszuholen. Und die vorliegende Variante einer Tieferlegung ist für Zaehner «nicht der Weisheit letzter Schluss». «Ein längerer Tunnel ist besser, der Erhalt der Muristrasse als Quartierstrasse ebenso», fügt er bei.

Bei der in die Schlagzeilen geratenen Badi bemängelt Heinz Zaehner die Transparenz des Gemeinderates genauso wie seine vorerst fehlende Bereitschaft für benützerfreundliche Lösungen. «Man hat sich an Paragrafen geklammert. Wo Bedürfnisse vorhanden sind, müsste man Lösungen finden, auch wenn das Areal jetzt nicht zonenkonform ist», findet Zaehner.

Warten auf Neuen Finanzausgleich und Wohnqualität

«Die Arbeit im Gemeinderat von Obfelden macht Spass. Ich engagiere mich gerne für das Dorf. Das ist auch eine Ehre», sagt FDP-Vertreter Thomas Ammann, der seit neun Jahren im Gemeinderat das Sozialressort betreut und nun Nachfolger von Peter Sandhofer werden will.
Auch für ihn ist die Autobahnzubringerfrage von grosser Bedeutung. Da müsse man mit aller Kraft eine verträgliche Lösung herbeiführen - auch mit Hilfe der Ämtler Vertreter, wenn der Kantonsrat über den Gesamtkredit von gegen 60 Mio. Franken für Massnahmen in Ottenbach und Obfelden debattiert. Verkehr, so Thomas Ammann, bleibe im Dorf ein aktuelles Thema. Dazu aber auch die Frage nach den Auswirkungen des Neuen Finanzausgleichs. Wann der kommt, ist noch ungewiss. Gewiss ist aber, dass dieser dem Finanzhaushalt der Gemeinde gut tut und den Gestaltungsspielraum beeinflusst. Qualität ist für Thomas Ammann ein wichtiges Kriterium, auch beim Wachstum. Die definierte Grenze liegt derzeit bei 5000 Einwohnern. «Wir wollen eine Gemeinde mit guter Wohnqualität und eine Gemeinde, in der sich die Bewohner wohlfühlen», so Thomas Ammann.

Mangelnde Transparenz des Gemeinderates? Thomas Ammann verneint das mit dem Hinweis darauf, dass Beschlüsse ja öffentlich gemacht werden und - aktuell - bei der Badi bezüglich der Öffnungszeiten eine einvernehmliche Lösung gefunden worden ist. «Wir suchen den Dialog mit der Bevölkerung und haben ein offenes Ohr für Anliegen. In Sachen Umfahrung haben wir regelmässig informiert und alles in unserer Macht Stehende getan», sagt Thomas Ammann.
Zu seinen Wahlchancen am 31. Januar will er sich nicht gross äussern. «Die stehen wie bei jeder Wahl 50:50».

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